Ampfurth l „Nach der Wende hatte Ampfurth einen unwahrscheinlich guten Start“, erklärt Andreas Schmalstieg: „Damals ist sehr viel passiert.“ Das gelte unter anderem für den Straßenausbau. Mit einer Ausnahme seien alle Straßen des Ortes auf einem modernen Stand. Außerdem seien in den 90er Jahren viele Eigenheime gebaut worden. Auch Ampfurth habe den demographischen Wandel gespürt, die Einwohnerzahl sei gesunken. Auf der anderen Seite habe es viele ehemalige Einwohner gegeben, die zurückkehrten und sich ein Haus bauten. Anderes ist dagegen laut Andreas Schmalstieg verschwunden. Zum Beispiel der Laden, die Kneipe, der Getränkehandel und der Saal. In Letzterem seien viele Feste gefeiert worden.

Heute spiele vor allem der Kindergarten eine wichtige Rolle. „Es gibt hier viele Kinder“, betont Andreas Schmalstieg. Das sei eine wichtige Grundlage für die Zukunft. Gleiches gelte für das Vereinsleben. „Wir haben eine sehr gut funktionierende Feuerwehr, eine Jugendwehr und einen Feuerwehr-Förderverein“, lobt der Ortsbürgermeister, der ebenfalls Feuerwehrmann ist. Das Gerätehaus sei nach der Wende saniert worden. Vor einigen Jahren habe die Wehr ein neues Fahrzeug erhalten. Der Wehrleiter sei sehr engagiert.

Hervorzuheben sei auch der Schlossverein. Er kümmere sich vor allem um die Telegrafenstube und den Stierstall. Außerdem organisiere der Verein Veranstaltungen. So unterstütze er das Leben im Ort, betont Schmalstieg. Darüber hinaus weist er auf den Gartenverein, den Angelverein und die Rentnergruppe hin, die sich wöchentlich trifft. „Gesellschaftlich ist Ampfurth gut aufgestellt“, betont der Ortsbürgermeister. Der 875. Ortsgeburtstag habe wegen Corona ausfallen müssen. Dafür werde er 2021 unter dem Motto „875+1“ nachgeholt. Einen genauen Termin gebe es noch nicht. „Aber wir haben uns schon schöne Sachen ausgedacht“, erläutert Schmalstieg. Bei solchen Gelegenheit versuche man, alle Vereine mit einzubeziehen.

Es gibt auch Sorgen

Doch bei all den positiven Aspekten, gibt es auch Sorgen. Der Eigentümer der Ampfurther Burg, Christian Wahnschaffe, sucht einen Nachfolger. Das Gelände liegt mitten im Ort. Wie Wahnschaffe gegenüber der Volksstimme versicherte, soll der Verkauf gut durchdacht werden. „Ich möchte weiterhin mit einem guten Gewissen nach Ampfurth kommen dürfen“, betonte er. Trotzdem könnte ein Eigentümerwechsel Veränderungen bringen.

Ein Thema, das Andreas Schmalstieg wirklich ärgert, ist die Grünflächenpflege. „Bis vor ein paar Jahren war täglich ein Mitarbeiter des Bauhofes hier“, erklärt der Ortsbürgermeister. Man habe einen festen Ansprechpartner gehabt. Heute sei das anders. Das erschwere die Kommunikation. Ein festes System, wann in Ampfurth gearbeitet werde, könne er nicht erkennen, so Schmalstieg. Grundsätzlich wolle er die Mitarbeiter des Bauhofes nicht vor den Kopf stoßen. Wenn man direkt miteinander rede, funktioniere vieles. Trotzdem sei die Pflege der Grünflächen „ein ganz heißes Thema“, und das Ergebnis sei nicht immer zufriedenstellend. Ein Beispiel sei das Dorfgemeinschaftshaus, an dem das Unkraut gedeiht. Auch der Friedhof habe zwischenzeitlich schlimm ausgesehen.

Allgemein bereitet Andreas Schmalstieg die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung oft Kopfzerbrechen. Wie er erklärt, gebe es auf Fragen aus der Mai-Sitzung des Ortschaftsrates noch immer keine Antwort. Dabei denke er unter anderem an die Probleme mit der Geschwindigkeitsanzeige im Ort. „In der Kernstadt wird viel gemacht. Wir sind abgehängt“, konstatiert der Ortsbürgermeister. Ein Projekt, das dagegen dem Zusammenwachsen der Stadt dienen könne, sei der Ausbau von Fahrradwegen.

Straßen in Ordnung bringen

Ein Wunsch für das ISEK wäre es, die Stichstraße, die zur Hinterreihe gehört,und zu den Gärten führt, ebenfalls in Ordnung zu bringen. Derzeit befinde sie sich als einzige Straße in Ampfurth in „desolatem Zustand“, so Andreas Schmalstieg. In der Straße „Am Denkmal“ sei das Anlegen eines Gehweges sinnvoll. Der müsse nicht gepflastert werden, ein Schotterweg reiche. Am Mühlenberg seien Kirschbäume gefällt worden. Sie sollten durch neue Obstbäume ersetzt werden. Von den drei Teichen sollte laut Andreas Schmalstieg einer 2020 saniert werden. „Aber das steht wohl noch in den Sternen“, so der Ortsbürgermeister. Er betont zugleich, dass es für Ampfurth ein Gewinn gewesen sei, eingemeindet zu werden. „Aber die Stadt hat Ampfurth als fertiges Paket bekommen. Es ist wichtig, die vorhandenen Werte zu erhalten“, betont Andreas Schmalstieg.