Oschersleben

Von Gudrun Billowie

Oschersleben l Die Aufgaben der Wasserwacht wurden vom Landkreis an das Deutsche Rote Kreuz übertragen. Der Ortsverband Oschersleben sichert die Tauchgruppe ab. Unter der Leitung von Guido Busse wird seit Jahresbeginn eine solche Gruppe unter dem Dach der Wasserwacht aufgebaut.

"Fünf Taucher lassen sich bisher für den Dienst in der Tauchergruppe ausbilden", sagt Guido Busse. Jeden Montag zwischen 18 und 20 Uhr treffen sie sich in der Schwimmhalle und beschäftigen sich nicht nur mit dem Tauchen an sich, sondern vor allem mit der ersten Hilfe. Schließlich sollen sie im Katastrophenfall in der Lage sein, Menschen aus den Wassermassen zu ziehen und solange zu versorgen, bis ein Arzt übernimmt.

Tauchergruppe ist für den gesamten Landkreis zuständig

"Wir wünschen uns noch mehr Bewerber für die Tauchergruppe", sagt Guido Busse. Schließlich arbeiten alle fünf Mitglieder ehrenamtlich und verdienen ihre Brötchen in einem anderen Beruf. "Man muss davon ausgehen, das auch tagsüber Katastrophen passieren", macht Busse deutlich, "nicht jeder kann dann seinen Arbeitsplatz spontan verlassen. Es ist gut, wenn die Arbeit auf viele Schultern verteilt wird."

Die Arbeit erstreckt sich schließlich auf den gesamten Landkreis und der hat Wasser genug. Unter anderem fließen hier die Elbe, die Bode, der Mittellandkanal, dazu gibt es viele Seen.

Wer in der Tauchergruppe mitarbeiten möchte, ist bestenfalls ein ausgebildeter Taucher. "Viele Sportclubs bieten so eine Ausbildung an", macht Busse Mut. Unter dem Dach des Deutschen Roten Kreuzes wird dann in erster Linie die Sanitätsausbildung ergänzt.

Der Aufbau der Tauchergruppe erfordert nicht nur Personal, sondern auch eine Investition in Wissen und Technik. "Es stehen unwahrscheinlich viele Ausbildungen an", blickt Guido Busse voraus, "unter anderem werden wir uns einer Funkausbildung unterziehen." Die Kommunikation der Wasserwacht läuft ähnlich wie bei der Feuerwehr. Die wichtigste Investition wird jedoch ein etwa sieben Meter langes Boot sein. "Dieses Boot steht der Wasserwacht des gesamten Landkreises zur Verfügung", so Busse, "aber es wird hier in Oschersleben gelagert."

Die gesamte Wasserwacht zählt etwa 100 Mitglieder, die ebenfalls allesamt ehrenamtlich arbeiten. Die meisten Einsätze sind nicht im Katastropheneinsatz zu finden, sondern gelten der Absicherung von Freizeitaktivitäten. "Wir sichern den Badebetrieb im Freibad ab", sagt Guido Busse, "und stehen auch als Sanitäter beim Bodefest auf dem Festplatz bereit." Eine besondere Herausforderung ist alljährlich der Elbe-Badetag. An diesem Tag, der seit 2002 die öffentliche Wahrnehmung der Elbe als sauberen Fluss stärken soll, springen die Badelustigen im Landkreis Börde vor allem in Heinrichsberg und Rogätz in die Fluten. Dann sind auch die Mitglieder der Oschersleber Wasserwacht vor Ort, denn auch wenn die Elbe sauberer geworden ist, so ist ihre Strömung für Schwimmer stets mit Vorsicht zu genießen.

Die großen Katastrophenfälle, zu denen die Wasserwacht gerufen wird, sind meist als Fernsehbilder zu sehen. "Wir sind diejenigen, die in Hochwassergebieten die Menschen aus ihren Häusern holen", sagt Guido Busse. Da solche Katastrophen immer wieder passieren können, muss die Wasserwacht stets für Nachwuchs sorgen.

"Wir bringen Kindern das Schwimmen bei und wir bilden Rettungsschwimmer aus", so der Chef. Nicht alle, die schwimmen lernen, bleiben bei der Wasserwacht hängen, aber sie lernen während des Schwimmkurses das richtige Verhalten im Wasser.