Oschersleben l Wer normalerweise auf dem Revierkommissariat der Polizei in Oschersleben landet, hat meistens etwas ausgefressen oder muss als Zeuge aussagen. In seltenen Fällen kommt es auch mal zu Auszeichnungen in dem alten Dienstgebäude. Zwei Schülerinnen aus Oschersleben hatten nun das große Glück. Sie hatten an einem Wettbewerb der Polizei teilgenommen.

Stolz laufen die jungen Mädchen, eskortiert von Polizisten, die Treppen in das zweite Obergeschoss des Revierkommissariats in der Thälmannstraße hinauf. Sie haben am Malwettbewerb der Polizei Sachsen-Anhalt teilgenommen und dabei einen der vorderen Plätze belegt.

Große Verleihung

„Normalerweise veranstalten wir jedes Jahr eine große Verleihung für einen Großteil der Teilnehmer im Cinemaxx in Magdeburg“, erklärt Polizist Volker Rauhut. Dort sei das Programm dann auch etwas umfangreicher mit einem Film und dem Verkehrspuppenspiel der Polizei in Halle. „Aber wegen der Corona-Pandemie müssen wir uns heute in kleinerer Runde treffen.“ Damit werden die Mädchen zu den alleinigen Stars des Tages. Leonie Fischer besucht die Grundschule Alexander S. Puschkin in Oschersleben. Sie hat ebenso wie Jil Kongvongsa, sie besucht die Maria-Montessori -Grundschule im Oschersleber Ortsteil Großalsleben, ein Bild zum Thema Verkehr gemalt. „Ich hätte aber nicht damit gerechnet, dass ich auch zu den Gewinnern gehöre“, erzählt Jil etwas schüchtern.

Tatsächlich war die Chance relativ gering, bei dem Wettbewerb zu gewinnen. Insgesamt 33 Schulen aus ganz Sachsen-Anhalt haben mit 1500 Zeichnungen an dem Contest teilgenommen. „Letztendlich konnte es aber nur zwölf Gewinner geben“, erklärt Rauhut weiter. Das liege vor allem an dem sehr speziellen Preis, welcher auf die Kinder wartete. „Wir haben einen Kalender erstellen lassen, wo unter anderem auch eure Motive zu sehen sind“, erklärt der Polizist den Mädchen. Das diesjährige Motto für die Schüler der ersten bis vierten Klasse lautete „Sicher auf Rädern - sicher im Straßenverkehr“. Leonie Fischers Motiv wurde für den Juli prämiert. Ihr selbstgemaltes Bild zeigt eine typische Verkehrssituation in der Stadt. Dabei hat sie auch Wert auf einen sicheren Schulweg gelegt. So befindet sich vor einer Schule unter anderem ein Zebrastreifen und zusätzlich ein Schülerlotse, welcher den Verkehr anhält. „Ich male wirklich sehr gerne in meiner Freizeit“, erzählt die Grundschülerin. Schade sei nur gewesen, dass sie zu Hause habe zeichnen müssen. Das mache in der Schule zusammen den Mitschülern einfach viel mehr Spaß. Wegen der Corona-Pandemie hatten viele Schüler und Schülerinnen das Projekt in diesem Jahr als Heimarbeit gemacht.

Malen für Sicherheit

Das Bild von Jil Kongvongsa wird auf dem Kalenderblatt Dezember 2021 zu sehen sein. Sie hat ein Bild zum Thema „Gefahr im toten Winkel“ gemalt. „Ich habe einen Lkw auf das Bild gezeichnet, welcher nach rechts abbiegen will“, erklärt sie. Daneben befänden sich mehrere Verkehrsteilnehmer, unter anderem ein Radfahrer auf dem Radweg sowie zwei Fußgänger. Ihr Bild soll zur gegenseitigen Rücksichtnahme mahnen, da man gerade bei großen Fahrzeug schnell übersehen werden könne.

Weitere Belohnungen

Dass die Veröffentlichung der Motive, unter anderem auch auf Roll-Ups (mobile Plakatwände), aber nicht die einzige Belohnung für die beiden Mädchen bleiben soll, wird durch Revierkommissariatsleiter Frank Billing deutlich. „Ich habe hier noch ein paar weitere Präsente für euch“, sagt er und wird kurzerhand zum Weihnachtsmann. Gemeinsam mit den Partnern der Aktion, die Öffentliche Versicherung Sachsen-Anhalt, die Unfallkasse Sachsen-Anhalt, das Bildungs- und das Innenministerium sowie die Landesverkehrswacht, habe man für die Gewinner weitere Geschenke ausgesucht. „Ihr bekommt jetzt von mir noch unter anderem einen Fahrradhelm.“ Neben einer Bluetooth-Box, also einem kabellosem Lautsprecher, überreicht er noch eine große Tüte, aus der unter anderem ein Teddybär herausschaut. „Ich finde es wirklich super, dass sich jedes Jahr so viele Jungen und Mädchen an diesem Wettbewerb beteiligen“, so Billing. Immerhin finde dieser schon seit 28 Jahren statt. „Dass dann gleich noch zwei Gewinnerinnen aus unserem Revierbereich kommen, ist umso erfreulicher.“ Seiner Meinung nach liege das nicht zuletzt an das sehr guten Präventionsarbeit der Kollegen und Kolleginnen. Insgesamt setze die Polizei ab dem frühen Kindesalter auf Verkehrsprävention. „So kommen wir zum Beispiel regelmäßig in die Grundschulen und machen mit den Jungen und Mädchen Radprüfungen“, erklärt Volker Rauhut. Aufgrund der Corona-Pandemie sei dies aktuell nicht möglich. „Ich hoffe das wir bald wieder in die Schulen gehen dürfen. Es ist wirklich wichtig, dass Kinder bereits früh aufgeklärt werden.