Krottorf l Tobias Niemann, Leiter Rettungsdienst der Malteser in Sachsen-Anhalt, schaut sich das Gebäude in Krottorf an und nickt zufrieden. „Ich denke, wir haben hier optimale Voraussetzungen, die wir künftig entsprechend nutzen können“, schätzt er ein. Die alte Feuerwehr in Krottorf ist noch im Juli von den Mitarbeitern der Gröninger Stadtwirtschaft beräumt worden. Das hier stationierte Tanklöschfahrzeug (TLF) hat seinen Platz nun in Gröningen gefunden. Das in einer Garage geparkte Manschafttransportfahrzeug (MTF) steht nun in Ausleben im Dienst. „Die Beräumung ist innerhalb von wenigen Tagen und zu unserer Zufriedenheit gelaufen“, sagt Verbandsgemeinde-Bürgermeister Fabian Stankewitz (SPD), der den Gröninger Bürgermeister Ernst Brunner (SPD) bei der Schlüsselübergabe an den Malteser-Hilfsdienst vertritt.

„Für uns stand die Frage der Nachnutzung des Gebäudes“, verrät er beim Vor-Ort-Termin mit der Volksstimme. „Im Gespräch mit den Maltesern kam der Gedanke auf, die Rettungsstelle von Großalsleben nach Krottorf zu verlegen.“ Das sei auch naheliegend gewesen, äußert sich Tobias Niemann. „Wir erreichen von hier aus die Orte der Region viel besser“, schätzt er ein. „Die Anbindung an die Landesstraßen 80 und 24 ist über kurze Wege gegeben, sodass wir problemlos nach Gröningen und die Ortsteile sowie Hadmersleben gelangen können.“ Selbst einem Amtshilfeersuchen in den benachbarten Vorharz sei schnell nachzukommen.

Zehnstündiger Dienst am Tag

„In Eilenstedt haben wir eine weitere Rettungsstelle der Malteser und natürlich in Oschersleben“, beschreibt der Leiter die Verhältnisse in der Region. „Das Objekt in Krottorf liegt nahezu zentral und wir können die Vorgaben für die Hilfsfristerfüllungen einhalten.“ Ob das auch alles letztendlich so passe, werde man in der demnächst beginnenden Testphase feststellen. Diese soll über ein halbes Jahr laufen. „Auch in Großalsleben haben wir den Dienst innerhalb eines Testlaufs absolviert“, erzählt Niemann. „Begonnen hat dieser im April 2016.“ Allerdings sei die Infrastruktur dort nicht unbedingt geeignet gewesen. Das sei auch einer der Hauptgründe gewesen, weshalb man nun den Ort wechsle.

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Für den Standort in Krottorf habe er „ein gutes Gefühl“. Hier wird künftig ein Rettungswagen für einen zehnstündigen Dienst am Tag stationiert – wie das in Großalsleben bislang auch der Fall war. Um es dem Team gemütlich am neuen Ort zu machen, werde in den nächsten Tagen eine Möblierung erfolgen. „Verfügbar sind dann künftig die Fahrzeughalle, ein Aufenthaltsraum und der Sanitärbereich“, erklärt der Leiter. „Das Team freut sich schon auf die neue Aufgabe, kann doch das Objekt vom Malteser-Hilfsdienst allein genutzt werden.“ Das bestätigen auch die Mitarbeiter Julien Behrend und Gildo Michael, die eigens mit einem Rettungsfahrzeug gekommen sind, um sich den neuen Standort persönlich anzuschauen.

Fabian Stankewitz fügt zu den Gründen für den Standortwechsel noch einen weiteren hinzu. „Zu der Zeit, als die Rettungsstelle in Großalsleben geplant wurde, waren die Veränderungen in der Feuerwehrstruktur der Verbandsgemeinde noch nicht so ausgeprägt.“ Da sich die Situation nun geändert habe, sei man von Seiten der Stadt und der Verwaltung ganz zufrieden mit der nun möglich gewordenen zentralen Stationierung der Retter. Außerdem erhoffe man sich nach der Testphase eine langfristige Nutzung.

Das kann sich Tobias Niemann sehr gut vorstellen. „Wir müssen aber dann erst einmal die Erkenntnisse mit dem Landkreis Börde abgleichen“, fügt er hinzu. „Wenn die zehn Stunden der Bereitschaft um sind, übernimmt übrigens die Rettungsstelle in Oschersleben den Dienst. Das ist aber bislang auch schon so.“ Alles weitere sei aber noch Zukunftsmusik. Die Retter vom Malteser-Hilfsdienst sind seit dem Februar 2011 in der Börde vertreten, in Sachsen-Anhalt ist das schon seit Mitte der 90er Jahre der Fall.