Ampfurth l Die langgezogene Linkskurve kurz hinter dem Ortseingang von Ampfurth (aus Oschersleben kommend) wurde am 9. Januar 2012 einem voll beladenen Rübenlaster zum Verhängnis, das Fahrzeug kippte um, 25 Tonnen der süßen Fracht kullerten auf den Fußweg kurz vor der Kindertagesstätte. Vor wenigen Tagen muss es, Ortsbürgermeister Achim Röttger geht davon aus, dass wiederum ein Lkw darin verwickelt war, erneut einen Zwischenfall gegeben haben. Den habe der Ortschef, obwohl es das Grundstück seiner Tochter ist, erst gar nicht bemerkt.

Um die Grünfläche und damit die Grundstücksgrenze zu schützen, wurden an der Kante zur Straße große Findlinge aufgestellt. Der größere, etwa zwei Tonnen schwer, wurde mehr als einen Meter verschoben. Auf der gepflasterten Kante sind die Reifenspuren noch zu erkennen. „Eigentlich müssen die Fahrer beim Durchfahren dieser Rechtskurve sehr weit ausholen und kommen dabei eher auf die gegenüberliegende Spur. Der Fahrer muss wohl geträumt haben“, meint Achim Röttger.

Merkwürdig findet er, dass sich bislang niemand gemeldet habe. „Am Fahrzeug muss doch ein Schaden entstanden sein“, ist sich Röttger sicher. Er meint auch, dass es wohl das Beste wäre, weitere Findlinge an der Kante zur Straße zu positionieren.

Egal, ob nun Rübenlaster oder nicht: Alle Lkw seien im Ort ziemlich flott unterwegs. Das habe Ampfurths Ortschef jetzt am eigenen Leib zu spüren bekommen, als er mit dem Fahrrad unterwegs war. Der Lkw hätte ihn beinahe „mitgenommen“. „Das war mir eine Lehre, ich fahre jetzt auf dem Fußweg“, so Röttger.

Beschwerde soll eingelegt werden

Die Anwohner der Ortsdurchfahrt in der Alten Schermcker Straße, der Ortschaftsrat und der Bürgermeister sind sich einig: Die Geschwindigkeitsbegrenzung, die schon einmal für Ampfurth galt, muss zurück, die Tempo-30-Zone sollte zumindest in der Nacht gelten. „Damit schließen wir uns den Forderungen von unseren Nachbarorten Remkersleben, Seehausen, Dreileben und Klein Wanzleben an“, betont Achim Röttger.

Die genannten Orte hatten auf ihren Antrag auf eine Tempo-30-Regelung eine Absage mit der Begründung erhalten, die Straßen seien in einem guten Zustand. Damit wäre eine Geschwindigkeitsreduzierung nicht notwendig. Dagegen wollen die Kommunen jetzt Beschwerde einlegen. Da ist Ampfurth dann mit von der Partie.