Oschersleben l In den Block mit den Hausnummern 13, 14 und 15 in der Hermann-Dunker-Straße gehen die Bauarbeiter ein und aus. Das Poltern eines Presslufthammers ist bis auf die Straße zu hören. Der Plattenbau ist eingerüstet und die alten Balkone sind bereits abgerissen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Bewos lässt das Gebäude gerade auf Vordermann bringen.

„Eigentlich läuft das Projekt schon seit etwa zwei Jahren. Nur durften wir nicht früher mit den Arbeiten beginnen, weil wir keine Abrissgenehmigung für einen Funkmast auf dem Dach des Gebäudes hatten“, teilte Bewos-Geschäftsführer Thomas Harborth auf Volksstimme-Nachfrage mit.

Gesamtkosten: 1,55 Millionen Euro

Geplant ist, den rund 40 Jahre alten Plattenbau um zwei Etagen von sechs auf vier Stockwerke zu verkleinern. „Am Ende werden wir nur noch 48 Wohneinheiten haben statt bisher 72“, macht der Bewos-Chef deutlich. Für den Abriss gibt es Fördermittel in Höhe von 60 Euro pro Quadratmeter. Außerdem konnten für die Sanierung der Räumlichkeiten Fördermittel aus dem sogenannten Leerstandsprogramm der Investitionsbank Sachsen-Anhalt akquiriert werden. „Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten auf rund 1,55 Millionen Euro“, erklärt Thomas Harborth. 1,2 Millionen Euro stammen demnach aus Bewos-Eigenmitteln.

Bilder

Trotz der hohen Aufwendungen sollen die Mieten am Ende jedoch preiswert bleiben. „Insgesamt gesehen investieren wir ganz günstig und verzichten beispielsweise auf neue Fahrstühle“, berichtet der Geschäftsführer weiter und ergänzt: „Dafür gibt es neue schicke Balkone. Das ist eine andere Art als bisher, die sind tiefer.“

Neben den Balkonen erhalten die Wohneinheiten zudem neue Fenster, die teils schon eingebaut sind. Laut dem Bewos-Chef wird am Ende „eine sehr, sehr schicke Fassade zu sehen sein, die uns von unseren Mitbewerbern stark abgrenzt.“ Doch nicht nur die Fassade wird in neuem Glanz erstrahlen. Auch die Hausflure und Treppenaufgänge werden auf Vordermann gebracht. Zudem bedingt der Abriss der zwei oberen Etagen auch ein neues Dach.

Spielplatz wird auch saniert

Eine Herausforderung ist laut Harborth der Umgang mit den Mietern. „Die muss ich an dieser Stelle loben. Bisher zeigen sie Verständnis, es liegen keine Beschwerden vor“, sagt der Bewos-Geschäftsführer. Bereits seit einem Jahr habe sein Unternehmen die Bewohner mitgenommen, es gebe eine intensive Zusammenarbeit. Für fünf ältere Mieter, die im Stockwerk unter den noch abzureißenden Etagen wohnen, sei ein ganz besonderes Programm aufgelegt worden. „Für sie sichern wir die Tagesbetreuung mit der Vernetzten Pflegedienstleistung ‚Gritt Köllmer‘ ab. Wir sind glücklich, mit der Geschäftsführung übereingekommen zu sein“, hebt Thomas Harborth hervor. Mit dem Beginn der Abrissarbeiten rechnet er ab März.

Dann beginnt auch die geplante Sanierung des Kinderspielplatzes in unmittelbarer Nachbarschaft. Von den Plänen berichtete die Volksstimme bereits am 5. Juli vergangenen Jahres. So hatte die Bewos im Jahr 2017 im Rahmen ihren Mieterfestes zu einem Kreativwettbewerb aufgerufen, an dem sich mehrere Kitas beteiligt hatten. Die tollsten Bilder waren prämiert worden. Preise gingen an die Kita „Anne Frank“ in Hornhausen, die Kita „Tausendfühler“ in Emmeringen sowie die Kita „Wirbelwind“ in Oschersleben.

Den eingesandten Bildern nach zu urteilen wünschten sich die Mädchen und Jungen eine Kletterspinne, wie sie bereits auf dem Spielplatz zu finden ist. „Das Gerät wird auch hier bleiben“, hatte Thomas Harborth dann auch versichert. Außerdem wollten die Kinder auf verschiedenen Wippen sowie Hüpfelementen mit Spiralfedern spielen. Besonders gefragt war zudem ein Spielhaus, das aus Holz gefertigt ebenfalls aufgebaut werden soll. Zudem kommen ein Bodentrampolin sowie ausreichend Sitzgelegenheiten, versprechen die Bewos-Verantwortlichen. Bisher machte der Spielplatz keinen guten Eindruck. Vor allem tat sich das Kleinod wegen des hohen Müllaufkommens hervor. Rund 100.000 Euro hat die Bewos für die Spielplatzsanierung eingeplant.

Doch nicht nur der Spielplatz erhält ein neues Gesicht, auch die Außenanlagen rund um den Block werden laut Harborth völlig neu gestaltet. Das betreffe die Eingangsbereiche ebenso wie die Grünanlagen. Mit all den Sanierungsarbeiten erhofft sich die Bewos eine Vollvermietung des in die Jahre gekommenen Plattenbaus. 18 Wohnungen sind noch zu haben.