Das Börde-Museum Burg Ummendorf bleibt baubedingt über Monate hinweg geschlossen. Die Volksstimme fragte beim Landkreis, dem Träger der Einrichtung, hinsichtlich der Sanierungs- und Modernisierungspläne nach. Es antwortete Pressesprecher Uwe Baumgart.

Volksstimme: Wie lange wird das Börde-Museum voraussichtlich geschlossen sein?
Uwe Baumgart: Die Frage kann im Augenblick nicht klar beantwortet werden, da der Zuwendungsbescheid noch nicht vorliegt. Geht dieser bis August beim Landkreis ein, kann folgende Terminkette angenommen werden: Planungszeitraum September bis Dezember, Vergabezeitraum Januar bis März 2020, Beginn der Baumaßnahme im April 2020 und Fertigstellung bis April 2021.

Die Zuwendung kommt von welcher Stelle?
Ein entsprechender Antrag wurde vom Landkreis Börde eingereicht. Er wurde gestellt, da sich das Museum erfolgreich am Wettbewerbsaufruf des Landes Sachsen-Anhalt zur Verbesserung der Präsentation und nachhaltigen Nutzung des kulturellen Erbes in Sachsen-Anhalt beteiligt hat. Unser Projekt hatte den achten Platz belegt und damit die Voraussetzungen erfüllt, in den Genuss von Fördermitteln zu kommen. Die Bearbeitung unseres Förderantrags obliegt nun der Investitionsbank Sachsen-Anhalt.

Welche Bereiche der Burg – außen wie innen – sind von der Sanierung betroffen?
Es sind der Turm, das Torhaus, der West- und der Nordflügel betroffen. Des Weiteren sind Arbeiten in Teilen an den Außenanlagen zur barrierefreien Erschließung vorgesehen.

Kommt es zu Einschränkungen bei den traditionellen Freiluftveranstaltungen des Museums?
Grundsätzlich ist die Möglichkeit der Durchführung von Veranstaltungen nicht ausgeschlossen. Einzelfallentscheidungen sind davon abhängig, dass ein ungestörter Veranstaltungsablauf und die Sicherheit der Besucher zu hundert Prozent gewährleistet werden kann.

Welche Auswirkung hat die Schließung auf die Angestellten? Bleiben sie vor Ort, werden sie anderswo eingesetzt oder gibt es Kündigungen/Freistellungen?
Auf die Mitarbeiter und ihre Arbeit haben die Baumaßnahmen und die damit zusammenhängende Schließung des Museums keine Auswirkungen. Alle Mitarbeiter verbleiben im Haus. Auch während der Sanierung wird die Arbeit mit der Sammlung und den Ausstellungen fortgesetzt. Gleiches gilt für die Arbeit in den Gartenanlagen. Die Weiterentwicklung des Museums mit den baulichen Veränderungen gilt es parallel vorzubereiten und umzusetzen. Die Museumsarbeit steht nicht still, und auf die Kollegen in Ummendorf wartet jede Menge Arbeit.

Welche Arbeiten sind denn konkret angedacht und wie gestaltet sich die Finanzierung dafür?
Es sind in der Gesamtmaßnahme mehrere Vorhaben enthalten, die der Herstellung der Barrierefreiheit dienen. Unter anderem zählt der Einbau eines Aufzugs im Haupttreppenhaus dazu. Weitere Maßnahmen betreffen unter anderem die Erneuerung von Fußböden und Fenstern, Teilen des Dachs, der Sanitäranlagen sowie der elektrotechnischen Anlagen vom Brandmelder bis zum Datenübertragungsnetz.

Das Gesamtvolumen der Investition beläuft sich gemäß Antragstellung auf 3,1 Millionen Euro. Die Zuwendungssumme beträgt rund 2,5 Millionen Euro. Der Landkreis Börde als Träger des Museums ist mit Eigenmitteln in Höhe von rund 600.000 Euro beteiligt.