Die Sanierung: Was kostet es und was ist geplant?

Das Gebäude, in dem die Diesterweg-Grundschule und der Hort derzeit noch zu Hause sind, wurde 1960 errichtet. Für rund drei Millionen Euro soll es einer allgemeinen und einer energetischen Sanierung unterzogen werden. Etwa 40 Prozent der Gesamtkosten werden durch Fördermittel aus dem Programm Stark III getragen. Konkret handelt es sich um 1,23 Millionen Euro. Geplant ist die Wärmedämmung der Fassade sowie der Keller- und Obergeschossdecken. Das Gebäude soll neue Fenster und Türen sowie eine neue Heizungsanlage bekommen. Aus Gründen der Energieersparnis soll die Beleuchtung auf LED umgestellt werden. Ein Sonnenschutzsystem ist ebenfalls geplant. Nicht zuletzt soll das Gebäude nach Abschluss aller Arbeiten barrierefrei sein.

Oschersleben l Überall laufen letzte Vorbereitungen, überall stehen Kartons. Die Diesterweg-Grundschule und der Hort stehen vor einer großen Aufgabe. „Am Freitag um 8 Uhr kommt die Umzugsfirma“, informiert Regina Lösche, Sachgebietsleiterin Schulen, Kitas und Soziales bei der Stadtverwaltung. Bis dahin muss alles bereit sein. Und der Umzug solcher Einrichtungen ist mit sehr viel Aufwand verbunden.

Wie Regina Lösche erklärt, hat die Grundschule acht Klassen und rund 140 Kindern. Der Hort umfasst 95 Jungen und Mädchen. Nach den Herbstferien sind sie in der Goetheschule in der Windthorststraße untergebracht. Für den Umzug hat die Stadt etwa 400 Kartons geordert. Die meisten von ihnen sowie zahlreiche Möbel müssen binnen einer Woche den Standort wechseln und wieder ausgepackt beziehungsweise aufgestellt werden.

Umzug in Herbstferien abschließen

Einige Dinge, die im Ausweichquartier voraussichtlich nicht benötigt werden, werden allerdings auch zwischengelagert. „Nach den Herbstferien befinden sich zwei Schulen und zwei Horte in einem Gebäude“, sagt Mathias Schulte, der Pressesprecher der Stadt. „Da muss sich jeder ein bisschen einschränken“, ergänzt Regina Lösche.

Auf der anderen Seite hat die Goetheschule als Zwischenheimat ihre Vorteile: „Es war uns ein Anliegen, dass wir die Diesterweg-Kinder in der Stadt belassen, damit sie keine langen Wege mit dem Bus zurücklegen müssen“, so Regina Lösche.

Hortkinder ins Obergeschoss

Die Hortkinder sollen ins erste Obergeschoss der Goetheschule ziehen, die Grundschule ins zweite Obergeschoss. Die Vorbereitungen dafür laufen schon lange. „Die Räume sind in den Sommerferien leergezogen und gemalert worden“, berichtet Regina Lösche. Kleine Reparaturen wurden durchgeführt. Derzeit laufen die letzten Arbeiten, um das Brandschutzkonzept umzusetzen. Zwischenzeitlich hätten die Diesterweg-Kinder ihren neuen Räumlichkeiten schon einen Besuch abgestattet, um sich ein Bild zu machen.

Wie Regina Lösche bekannt gibt, wurden die Umzugsarbeiten schon im Juli ausgeschrieben. In den Sommerferien wurden Etiketten und Kartons bestellt sowie die ersten Dinge eingepackt. Um sich von Dingen zu trennen, die nicht mehr benötigt werden, wurden Container aufgestellt.

Mit einer einzigen Umzugsfirma ist es übrigens nicht getan. „Für die Kopierer und die Tafeln gibt es Spezialfirmen. Das bietet nicht jede Umzugsfirma an“, erläutert Christiane Klare als Fachbereichsleiterin Zentrale Dienste und Soziales der Stadtverwaltung.

Einschulung 2020 bereits Thema

Auch über den Umzug hinaus ist vieles zu klären. „Wartungsverträge mussten angepasst oder gekündigt werden“, nennt Christiane Klare ein Beispiel. Auch die Pausengestaltung und die Essensversorgung müssen mit den Abläufen in der Goetheschule in Einklang gebracht werden. „Es gibt sogar schon Überlegungen, wo die Einschulung im nächsten Jahr stattfindet. Es muss schließlich an alles gedacht werden“, so Christiane Klare.

Das bezieht sich sogar auf die Frage, welche Turnhalle die Kinder künftig nutzen. Bisher war das für die Diesterweg-Kinder die Sportanlage Wasserrenne. Aber die soll 2020 saniert werden. Stattdessen werden die Jungen und Mädchen deshalb, genau wie die Goetheschüler, vorübergehend das Bewos Sportzentrum besuchen.

Angesichts all des Aufwandes erklärt Regina Lösche: „Wir sind der Goetheschule dankbar, dass sie so mit uns an einem Strang gezogen hat und sich solche Mühe gegeben hat, der Diesterweg-Schule und dem Hort gute Bedingungen zu bieten.“ Vor allem gebühre den Schul- und Hortleiterinnen an beiden Standorten Dank, ebenso wie den Eltern. „Es wird für alle eine Umstellung werden“, räumt Regina Lösche ein. „Aber die Anstrengung lohnt sich“, betont sie. Denn wenn die Diesterweg-Kinder im April 2021 in ihr angestammtes Gebäude zurückkehren, erwarte sie dort ein frisch sanierter Schulstandort.