Peseckendorf l Bisher war es nur eine Legende, dass das Westtor des Peseckendorfer Friedhofs in den späten 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts nach dem Tod von Clara Schaeper fest verschlossen worden ist. Sie hatte bis zu diesem Zeitpunkt jeden Tag ihren 1924 verstorbenen Ehemann Friedrich August Schaeper auf dem Friedhof besucht und dabei jenes Tor immer zweimal passiert. Zum Andenken an die beiden Schaepers, die in Peseckendorf nicht nur das heutige Gutshaus bauen ließen, sondern auch eine Stiftung für Hilfsbedürftige gegründet hatten, soll das Tor schließlich viele Jahrzehnte dicht geblieben sein.

Nun hat sich herausgestellt, dass das nicht nur Legende, sondern allem Anschein nach Wahrheit ist. Denn als jetzt die Metall-Torflügel abgebaut worden sind, zeigte sich, „dass Tor und Lager offensichtlich vor langer Zeit verschweißt worden sind“, sagt Mario Engelmann. Und somit das Tor wirklich nicht mehr zu öffnen war.

Sandstein-Säulen werden in Stand gesetzt

Engelmann ist Vorsitzender des Peseckendorfer Kultur- und Heimatvereins, der mit dieser, von drei Firmen aus Peseckendorf und Remkersleben unterstützen Demontage der Torflügel und Bergung der jeweils gut 90 Kilogramm schweren Vasen, die Sanierung des Westtores in Angriff genommen hat. Eine Sanierung, die in zwei Phasen erfolgen soll.

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In diesem Jahr ist geplant, die beiden Sandstein-Säulen in Stand zu setzen, was etwas 5200 Euro kosten wird. Die Stadt will sich daran nach dem Willen des Kultur-und Sozialausschusses mit 2780 Euro beteiligen. Ist das passiert, sollen auch die Torflügel und die beiden Vasen für nochmal etwa 5000 Euro auf Vordermann gebracht und soll damit das gesamte denkmalgeschütze Westtor wieder ein Schmuckstück werden.

Ein Schmuckstück, das allerdings nun kein zweiter Friedhofseingang werden, sondern verschlossen bleiben soll. Aber nicht wieder verschweißt wird, so dass es sich aus gegebenen Anlässen jederzeit öffnen lässt.