Oschersleben l Da waren jetzt doch die einen oder anderen Hausbewohner und auch Nachbarn im Umfeld ein wenig irritiert. Denn eigentlich war ja geplant, dass dieser Wohnblock in der Oschersleber Hermann-Duncker-Straße saniert und dabei auch um zwei Etagen verkleinert wird. Im Frühjahr sollte es losgehen. Doch nun kamen schon weitaus früher einige Bauleute angerückt und haben an den Giebelwänden von unten bis ganz oben die großen Fugen zwischen den Platten mit Metallblenden neu verschlossen. Und nicht nur die, sondern auch die Fugen im Dachbereich. Sofort gab es Fragen: Werden nun die beiden oberen der insgesamt sechs Etagen doch nicht abgerissen? Weshalb sind denn diese beiden Etagen sonst in den vergangenen Monaten freigezogen worden? Wird das Haus etwa gar nicht saniert?

„Aber ja, das Haus wird natürlich wie vorgesehen saniert und es wird auch wie geplant mit diesen Arbeiten Anfang/Mitte März begonnen“, sagt Grit Röhrborn. Als Vorstand der Oschersleber Wohnungsgenossenschaft Neues Leben, der dieser Plattenbau Hermann-Duncker-Straße 1 bis 3 im Wohngebiet Wasserrenne gehört, weiß Grit Röhrborn zudem, dass diese Arbeiten an den Fugen bereits mit der Sanierung zu tun haben.

Fugen neu verschlossen

„Damit wollen wir verhindern, dass sich auch in diesem Jahr in den Platten-Zwischenräumen beispielsweise Vögel oder Fledermäuse Nester bauen“, sagt Grit Röhrborn. Denn würde das passieren, wäre es aus Gründen des Naturschutzes sehr problematisch, das Gebäude zu sanieren oder gar den oberen Teil abzureißen, in dem Vögel oder Fledermäuse bereits ihr Zuhause haben.

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Was nun nach den besagten Fugenarbeiten aber nicht der Fall sein wird und somit auch aus Sicht des Naturschutzes der Weg frei ist, unmittelbar nach dem Winter mit den Sanierungs- und Abrissarbeiten zu beginnen, wie Vorstand Grit Röhrborn und der für die Sanierungsarbeiten zuständige Neues-Leben-Mitarbeiter Steven Pieper während eines Vor-Ort-Termins sagen. Bei dem auch von 1,6 Millionen Euro die Rede ist, die die vorgesehenen Arbeiten kosten werden.

Zu denen vor allem der Abriss der beiden oberen Etagen sowie die Sanierung der Balkone und Fassaden, wie überdies die Instandsetzung der Treppenhäuser und die Erneuerung der Klingelanlage oder auch der Postkästen gehören. Mit all dem wird also nach dem Stand der Dinge im März begonnen, im September soll wenn möglich alles fertig sein.

Zuerst werden die Balkone entfernt

Es sind die alten Balkone, die zuerst entfernt werden. Danach werden die beiden oberen Etagen abgerissen. „Das ist dann auch die Zeit, in der die Bewohner der 41 belegten Wohnungen in den vier unteren Etagen aus Sicherheitsgründen tagsüber das Haus verlassen müssen“, wie Grit Röhrborn und Steven Pieper sagen. Allerdings werde der Etagen-Abriss so organisiert, dass jeder Bewohner nur drei Tage davon betroffen ist, tagsüber das Haus verlassen zu müssen. „Ansonsten stehen den Bewohnern ihre Wohnungen durchgängig zur Verfügung, wobei sie aber während der gesamten Sanierungsarbeiten schon mit Belästigungen rechnen müssen.“

Sind die Arbeiten beendet, dann gibt es in dem Haus noch insgesamt 48 Wohnungen, von denen derzeit 7 leerstehen.