Oschersleben l In seiner ersten und damit konstituierenden Sitzung beschäftigte sich der Kultur- und Sozialausschuss des Stadtrates Oschersleben vor allem mit der Bewilligung von Zuschüssen für Vereine.

Zuschuss ohne Diskussion

Ganz oben auf der Liste stand der Zuschuss für das Jugendzirkusprojekt des Awo-Kreisverbandes, weithin als Awolinos bekannt. Auch 2020 wird die Stadt Oschersleben das Projekt mit 3500 Euro für Personal- und Sachkosten unterstützen. In diesem Punkt gab es bei den Sozialausschuss-Mitgliedern keinerlei Diskussionen, im Gegenteil. Die Awolinos sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und so meinten die Räte „Wir können stolz darauf sein.“ Da sei es keine Frage, das Projekt zu unterstützen.

Geld für die Telefonseelsorge

Im nächsten Tagesordnungpunkt sah das schon anderes aus. Hier ging es um die Förderung der Telefonseelsorge Dessau im nächsten Jahr. Seit vielen Jahren schon unterstütze die Stadt die Seelsorge mit 500 Euro pro Jahr. Da immer wieder die Frage aufkommt, wieso es gerade die Telefonseelsorge Dessau ist, sei darauf verwiesen, dass Bürger, die die Seelsorge anrufen, in Dessau „landen“. Stadtrat Gints Metra (FUWG) habe die Rufnummer getestet und es sei niemand ans Telefon gegangen, gab er in der Sitzung zu bedenken. Beate Schulze (SPD-Fraktion) verwies darauf, dass dort Ehrenamtliche ihren Dienst versehen. „Wie werden die Bürger überhaupt über die Telefonseelsorge informiert?“ Auch diese Frage stand im Raum: Hauptamtsleiterin Christiane Klare verwies auf das Amtsblatt. Da es auch in vergangenen Sozialausschussrunden Diskussionen um diesen Zuschuss gab, einigten sich die Mitglieder darauf, in einer der nächsten Sitzungen den Leiter der Telefonseelsorge einzuladen, damit er über die Arbeit berichten kann. Am Ende stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig für den Zuschuss.

Zuschuss für neue Uniformen

Anträge auf eine Förderung haben auch die Line Dancer und der Oschersleber Spielmannszug gestellt. Die Line Dancer, die schon viele Veranstaltungen in Oschersleben und Umgebung bereicherten, werden im nächsten Jahr zehn Jahre alt und möchten sich neu einkleiden. Die Stadt unterstützt das mit 870 Euro. Um eine neue Bekleidung geht es auch dem Spielmannszug. Das 1956 gegründete Ensemble mit 33 Mitgliedern und fünf Nachwuchsspielern ist aktuell in einer Kleidung unterwegs, die doch schon sehr in die Jahre gekommen ist. Mehr als 11 000 Euro müsse für eine neue Vereinskleidung aufgebracht werden, die Stadt schießt im nächsten Jahr 2000 Euro zu.

Unterstützung bei der Antragstellung

In der Diskussion zu den Zuschüssen fiel auf, dass es im Grunde genommen immer die gleichen Vereine sind, die um eine Förderung bitten. „Viele Vereine wissen es einfach nicht“, meint Sozialausschussvorsitzender Nico Haase. Antragsformulare könnten von der Stadtverwaltung angefordert werden. „Mir ist auch bekannt, dass die Antragsteller unterstützt und beraten werden“, so Haase.

Viele verschiedene Töpfe

Im Haushalt der Stadt Oschersleben waren für das Jahr 2019 für kulturelle Förderungen 6100 Euro eingestellt. Aus diesem Topf werden die Line Dancer und der Spielmannszug gefördert. Die Awolinos und die Telefonseelsorge erhalten ihre Zuschüsse aus dem Fördertopf „soziale Zwecke“, der ist im Haushalt 2020 in einer Höhe von 7000 Euro geplant. Zusätzlich leistet die Stadt in diesem Bereich eine sogenannte Mobilitätshilfe für den Cross Point des DRK und für den Treff der Volkssolidarität.

Nachwuchsarbeit wird honoriert

„Die Fördertopfe gliedern sich in Kultur, der ist mit 10 000 Euro für die Vereine gefüllt, 12 000 Euro können in Sachen Sport vergeben werden und 7000 Euro für soziale Zwecke. Zusätzlich fördert die Stadt im Rahmen der Sportförderung den TSV Hadmersleben und den Oscherslebener SC mit insgesamt 50 000 Euro. Uns ist auch aufgefallen, dass die Fördertöpfe sehr unterschiedlich ausgeschöpft werden. Aber das hat nicht zur Folge, dass im darauf folgenden Jahr der Haushaltsansatz geringer gestaltet wird. Wir versuchen das schon konstant zu halten“, erklärt Stadtsprecher Mathias Schulte.

Bislang habe der Kultur- und Sozialausschuss lediglich einen Antrag abgelehnt, wobei der Stadtrat diese Entscheidung revidiert hat. Gute Karten auf Förderung haben in jedem Fall all jene Vereine, die eine gute Nachwuchsarbeit leisten.

Im Übrigen hat die Stadt Oschersleben einschließlich Ortsteile 147 Vereine.