Schermcke l Zu Beginn der Lesung kritisierte FUWG-Mitglied René Herbert das Vorhaben, an der Anderslebener Straße einen Discounter nebst einem Drogeriemarkt der Kette DM zu errichten. Seiner Meinung und der seiner Fraktionskollegen nach zieht der Bau eines neuen Lidl-Marktes auf dem Marktkauf-Gelände in der Anderslebener Straße eine Vergrößerung der ohnehin schon in Oschersleben überproportional vorhanden Verkaufsfläche nach sich.

Außerdem entstehe mit einem weiteren Drogeriemarkt direkte Konkurrenz zu „Rossmann“ in der Oschersleber City. „Damit können wir uns nicht einverstanden erklären, denn ‚Rossmann‘ könnte sich aus der Innenstadt zurückziehen“, sagte Herbert.

Kritik seitens der FUWG

Ein weiteres Problem sehen die Räte in einer Verschlechterung der Versorgungslage am Damaschkeweg. Denn baut Lidl in der Anderslebener Straße, so die Pläne, will die Kette den Markt am Damaschkeweg schließen. Wie es hier weitergehen soll, weiß bisher niemand. So berichteten sowohl René Herbert als auch Oscherslebens Bürgermeister, Benjamin Kanngießer (parteilos), dass der Konzern entsprechende Nachfragen bisher nicht beantwortete. Auch die Volksstimme hatte in den vergangenen Monaten mehrmals versucht, eine Stellungnahme von Lidl zu diesem Thema zu erhalten - vergebens.

Markt am Damaschkeweg soll schließen

Sicher gefiel es auch Burkhard Kanngießer (SPD) nicht besonders, dass es keine Pläne für eine Lidl-Nachfolge am Damaschkeweg gibt. Doch dass der Discounter einen Markt an der Anderslebener Straße plant, ist für ihn nicht das Problem. Auf Herberts Aussagen hin erklärte der Sozialdemokrat, dass Wettbewerb das Geschäft belebe, „‘Rossmann‘ wird daran nicht zugrunde gehen.“

So hatten die Ratsmitglieder zunächst über die sogenannte Planzielverwirklichungsvereinbarung zu entscheiden. Dieser städtebauliche Vertrag regelt die Kostenübernahme von Erschließungsmaßnahmen durch Lidl. Dazu gehören etwa die Verlegung von Hausanschlüssen sowie von Trink- und Abwasserleitungen, die Ableitung von Regenwasser, der Bau von Parkflächen sowie das Anlegen eines Zugangs für Fußgänger.

28 Räte stimmten für den städtebaulichen Vertrag, 2 Räte dagegen.

Deutliche Stimmen-Mehrheit

In einer zweiten Runde hatten die Lokalpolitiker den entsprechenden Bebauungsplan und seine öffentliche Auslegung zu beschließen. Erforderliche Verfahrensschritte wie Aufstellungsbeschluss, Bekanntmachung des Aufstellungsbeschlusses, eine frühzeitige Bürgerbeteiligung, die Offenlegung des Planentwurfs und die Beteiligung öffentlicher Belange sowie die Prüfung von Bedenken und Anregungen waren laut Beschlussvorlage zuvor eingehalten worden. Dieser stimmten 24 Räte zu, die Fraktion der FUWG sowie Liselotte Drohberg (Grüne) stimmten dagegen.

Der künftige Lidl-Markt soll eine Verkaufsfläche von maximal 1500 Quadratmetern haben. Der Drogeriemarkt wird mit einer Fläche von 682 Quadratmetern angegeben.