Oschersleben l Dass Oschersleben für Bauprojekte Fördermittel erhält, ist normal und notwendig. Doch dieses Mal war die Stadt nicht Empfänger, sondern Geber. So erhielten jüngst zwei Sanierungsprojekte Zusagen aus dem Programm „Stadtumbau Ost“. „Dabei handelt es sich um Landes- und Bundesmittel. Die Abwicklung läuft allerdings über die Stadt. Wir reichen die Mittel also durch“, erklärte Oscherslebens Bürgermeister, Benjamin Kanngießer (parteilos).

Bei dem ersten Projekt handelt es sich um ein Vorhaben der Grundstückseigentümergemeinschaft von Detlef Hübner und Carsten Ott. Die beiden Investoren wollen das denkmalgeschützte Wohnhaus in der Hermann-Krebs-Straße 4b sanieren. Auf insgesamt 650 Quadratmetern Nutzfläche sollen acht bis zwölf Wohnungen entstehen. „Wir sind mit den Planungen seit gut einem Jahr beschäftigt“, sagte Detlef Hübner.

Haus ist denkmalgeschützt

Geplant ist die Entwicklung mit behindertengerechten Wohneinheiten. „Hier werden Menschen des Claudius-Hauses mit geistigen Einschränkungen einziehen“, begründete Detlef Hübner. Außerdem soll ein Sport- und Fitnessraum sowie ein Gemeinschaftsraum entstehen. Die Arbeiten haben mit der Entkernung und Entrümpelung bereits begonnen. Demnächst stehen Schachtarbeiten an, dann werde das Haus eingerüstet. Bis Ende dieses Jahres soll das Gebäude fertig sein.

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„Wir haben viel Erfahrungen mit unter Denkmalschutz stehenden Objekten. Ich stehe auf solche Sachen“, sagte Hübner weiter. Außerdem dankte er der Oschersleber Planungsabteilung für die Unterstützung bei dem Vorhaben. Die Gesamtkosten gab der Investor mit rund 1,2 Millionen Euro an. 580.000 Euro kommen aus dem „Stadtumbau Ost“. „Ohne die Zuwendungen würde das nicht funktionieren. Immerhin ist die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden teurer als ein Neubau“, sagte Detlef Hübner. Und Benjamin Kanngießer ergänzte: „Es handelt sich hierbei um ein schönes Projekt, das es verdient hat, erhalten zu werden.“

Bei dem zweiten Vorhaben handelt es sich um ein Sanierungsprojekt in der Bruchstraße 52. Hans-Jürgen Goppold will das Gebäude für rund 260.000 Euro auf Vordermann bringen. „Die Entrümpelung läuft bereits, im Februar stellen wir die Rüstung auf“, erklärte Goppold. Am Ende sollen vier Wohnungen entstehen. Dafür erhält er 125.000 Euro Fördermittel aus dem „Stadtumbau Ost“-Programm.