Ottleben l Ohne Unterlass rollen die Bagger und Radlader der Klein Wanzleber Firma Gebhardt Bau in Ottleben auf einem Teil der Ortsdurchfahrt im Zuge der Landesstraße 104 hin und her. Sie transportieren Sand oder heben Gräben aus, die von der Thälmannstraße zu den angrenzenden Grundstücken führen. In den Gräben verlegen sie Leitungen, in denen später das Regenwasser von den Grundstücken in den zentralen Kanal fließt, der in dem Erdreich unter der Straße verläuft. Die milde Witterung der vergangenen Tage macht es möglich, dass die Bauarbeiten an dieser wichtigen Verkehrsschlagader durch die Gemeinde Ausleben weiter zügig voran gehen.

Wie Auslebens Bürgermeister Dietmar Schmidt bei der vergangenen Sitzung des Hauptausschusses in der Aula der Sekundarschule die Mitglieder aus den Fraktionen informierte, laufe zurzeit der sechste Bauabschnitt des grundhaften Ausbaus der Ottleber Ortsdurchfahrt im Zuge der Landstraße 104. Im Bereich der Thälmannstraße vom Supermarkt bis zur Kreuzung Lindenberg/Karl-Marx-Straße sind die Bauarbeiter gegenwärtig dabei, die Anschlüsse der Grundstücke an den zentralen Regenwasserkanal zu verlegen.

Dieser Abschnitt des Ausbaus sei nach den Worten des Bürgermeisters erst für das kommende Jahr vorgesehen gewesen. „Wir haben den Abschnitt vorgezogen, weil das Wetter mitspielt“, sagte Dietmar Schmidt. Um die Finanzierung zu sichern, seien Mittel im Ausleber Haushalt umgeschichtet worden. Die Bauarbeiten sollen jetzt zunächst in diesem Bereich der Straße bis zur Pause über Weihnachten andauern, wenn es das Wetter möglich mache. Nach der Pause werde dann am 10. Januar kommenden Jahres weiter gebaut. Sind die Arbeiten beendet, solle eine Asphaltdecke aufgebracht werden. Dass sei jedoch nur möglich, wenn das Wetter frostfrei und die Temperatur eine bestimmte Marke erreicht habe.

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Nachdem die grundhafte Instandsetzung der Landstraße 104 in Ottleben im kommenden Jahr beendet sein wird, ist mit dem Bauen an der viel befahrenen Ortsdurchfahrt in der Gemeinde Ausleben jedoch nicht Schluss. Dann steht nach Auskunft von Bürgermeister Dieter Schmidt im Jahr 2022 der Ausbau der Landesstraße 77 in Ottleben vom Gedenkstein in Richtung des Ortsausgangs nach Hamersleben auf dem Bauprogramm der Gemeinde. Den Planungen für das Vorhaben habe der Gemeinderat bereits zugestimmt, verdeutlichte Schmidt. Die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt in der Gemeinde Ausleben dauern bereits seit fünf Jahren. „Wir haben in jedem Jahr ein Stück Straße gebaut, damit unser Ort vernünftig aussieht“, sagte Schmidt nicht ohne Stolz.

Kosten werden ersetzt

Während der Baufortschritt wenig Probleme bereitet, treibt Kämmerer Thomas Thamm die Finanzierung des Ausbaus der Ausleber Ortsdurchfahrt und anderer kommunaler Straßenbauvorhaben die Sorgenfalten auf die Stirn. Der oberste Kassenhüter der Verbandsgemeinde Westliche Börde stellte den Ausleber Kommunalpolitikern bei der Hauptausschusssitzung die Eckpunkte des Haushaltes 2021 der Gemeinde vor. Dabei sagte er auch, dass die Gemeinde Straßenausbaubeiträge an die Bürger zurück zahlen müsse, wenn das vom Landtag geplante Gesetz zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in Kraft trete. Grundlage dafür sei eine Entscheidung des Landes Sachsen-Anhalt, mit dem Doppelhaushalt 2020/2021 die Straßenausbaubeiträge, mit denen sich die Anlieger am Straßenbau beteiligen mussten, abgeschafft werden sollen. Das Land wolle 15 Millionen Euro als Gegenfinanzierung für die ausfallenden Beiträge in den Haushalt einstellen. Die Kommunen erhielten ihre Kosten ersetzt, auch wenn dies am Ende mehr als die vorgesehenen 15 Millionen Euro seien. Offen sei noch, nach welchen Kriterien die Verteilung der Pauschalen auf die Kommunen erfolgen solle. Der Verteilungsschlüssel solle jedoch den tatsächlichen Aufwand der Kommunen widerspiegeln. Ob der Ausgleich, den das Land an die Kommunen und damit an die Verbandsgemeinde Westliche Börde zahle wolle, die zuvor von den Anliegern gezahlten Straßenausbaubeiträge voll ausgleichen würden, bezweifelte der Kämmerer.

„Die 15 Millionen Euro reichen nie im Leben, um die Straßenausbaubeiträge im gesamten Land Sachsen-Anhalt auszugleichen“, befürchtete ebenso Auslebens Bürgermeister Dietmar Schmidt. Wie viel die Gemeinde an bereits gezahlten Straßenausbaubeiträgen an die Anlieger zurück zahlen müsse, stehe noch nicht fest.