Ausleben l Bereits seit einigen Jahren gehören die Aufführungen des „Theaters an der Trautenburg“ zum Programm am Pfingstsonnabend. Und ein Name ist untrennbar mit diesem Ereignis verbunden: Doris Damke. Die rüstige Seniorin ist der Kopf hinter den Theateraufführungen, denn sie lässt sich immer wieder neue Stücke für die Darsteller und das treue Publikum einfallen. Gekonnt werden dabei von ihr nicht nur historische Fakten mit Fiktion verwoben. Das Ganze wird auch immer mit einer ordentlichen Prise Humor gewürzt.

Das Ausdenken immer wieder neuer Geschichten liegt der 72-jährigen Doris Damke im Blut. So erinnert sich Tochter Catrin gern an die von der Mama selbst angefertigten Kinderbücher. Später kamen Plattgeschichten dazu, mit denen Doris Damke schon Preise gewonnen hat.

Seit 2011 Stücke von Doris Damke

Und seit 2011 werden ihre Theaterstücke, die immer einen ganz besonderen Bezug zu ihrer Heimat haben, zu Pfingsten an der Trautenburg aufgeführt. Den Darstellern macht es soviel Spaß, dass alle in jedem Jahr wieder mitspielen wollen. Doris Damke versteht es dabei, den Akteuren ihre Rolle quasi auf den Leib zu schreiben.

Am Sonnabend, 14. Mai, um 15.30 Uhr hebt sich wieder der Vorhang. In diesem Jahr heißt es „Opp taun Pingestball“. Diesmal entführen Doris Damke und ihre Schauspieler die Zuschauer in das Jahr 1924. Der 1. Weltkrieg ist vorbei, doch viele Väter, Ehemänner und Söhne sind nicht nach Hause zurückgekehrt. Den Kaiser gibt es nicht mehr. Nun ist die Zeit der Weimarer Republik. Es herrscht Inflation. Ein Liter Milch kostet 3 875 Mark. Viele junge Witwen haben ihre liebe Not, alle Mäuler in der Familie satt zu bekommen und hoffen, irgendwann vielleicht wieder einen Ernährer zu finden.

Wo war dies besser möglich, als bei einem Tanzvergnügen bei Kömmlings? Natürlich möchte jede die Schönste sein. Und so hat Dorfschneiderin Lene Sturm viel zu tun und der Dorfklatsch kommt bei den Anproben nicht zu kurz. Im Dorf kennt schließlich jeder jeden. Auch Vater August hat so seine Sorgen. Er und sein Klärchen haben fünf von ihren zehn Söhnen im Krieg verloren. Seither ist Klara verwirrt und bringt so einiges durcheinander.

Es wird auch gesungen

Wie die Geschichte weiter geht und wer mit wem verkuppelt wird, erfahren alle Zuschauer am Pfingstsonnabend beim „Theater an der Trautenburg“. Bis dahin haben die Darsteller noch einiges zu tun. Der Text sitzt und die ersten Proben fanden auch schon statt. Demnächst steht die Kostümprobe auf dem Programm. Alle sind mit Feuereifer bei der Sache und freuen sich schon auf die Aufführung. „In diesem Jahr wird auch gesungen“, war schon zu erfahren.

„Vor dem Theaterstück laden wir um 14.30 Uhr alle zu Kaffee und Kuchen ein“, informierte noch Gesa Zimmermann, die Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins „OttWaAuLingen“.