Oschersleben l Das schöne Wetter wäre perfekt für einen Besuch. Doch wo sonst viele Menschen unterwegs sind, weht derzeit rot-weißes Absperrband im Wind. Aufgrund der Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt zur Eindämmung von Corona muss das Tiergehege geschlossen bleiben. Doch für das vierköpfige Team der Anlage bleibt keine Zeit für Müßiggang.

Arbeit auch ohne Besucher

„Wir arbeiten auch, wenn keine Besucher da sind“, betont Björn Löffler. Er ist der Leiter des Tiergeheges. In den vergangenen Tagen wurde beispielsweise die Anlage für die Waschbären komplett neu eingerichtet. Die bisherige Ausstattung war bereits 16 Jahre alt. Nächste Woche soll der Schafscherer kommen. Der Hufschmied war schon da. Er kümmert sich unter anderem auch um die Huf- und Klauenpflege bei den Tieren.

Finanzierung nicht beeinträchtigt

Die Voliere für die Pfauen und Fasane wurde österlich mit bunten Eiern dekoriert. Denn zumindest an den Außengrenzen des Tiergeheges können Menschen noch entlang gehen. Nur hinein dürfen sie nicht. Wie Björn Löffler erklärt, gab es einige Fälle, in denen sich Leute nicht daran gehalten haben. „Sie wurden von den Mitarbeitern darauf hingewiesen, dass sie gerade eine Ordnungswidrigkeit begehen“, hält Björn Löffler fest. Letztlich würden sie durch ihr Nichteinhalten der Corona-Beschränkungen sich und andere Menschen gefährden. „Dabei wollen wir uns alle gegenseitig schützen“, so der Leiter des Tiergeheges.

Wirtschaftlich gefährdet sei die Anlage nicht. Da das Tiergehege ohnehin keinen Eintritt nehme, habe sich an den Grundlagen der Finanzierung nichts geändert. Allerdings seien die Tierpatenschaften eine große Hilfe. Sie können pro Jahr für 100 Euro abgeschlossen werden. Dabei ist es egal, um welches Tier es geht. Bei den größeren Exemplaren gibt es manchmal sogar mehrere Patenschaften auf einmal. „Über diese Art der Hilfe sind wir sehr froh“, betont Björn Löffler. Wer sich ebenfalls für eine Patenschaft interessiere, könne sich bei der Oschersleber Stadtverwaltung an das Sachgebiet für Kultur, Tourismus und Soziales wenden. Möglich ist das per E-Mail unter der Adresse sport@oscherslebenbode.de. Das Oschersleber Tiergehe hat mehr als 300 Bewohner. Von Wildschwein über Lama, und von Pferd bis Heidschnücke stehen alle für eine Patenschaft bereit.

Bitte keine Futterspenden

Allerdings hat Björn Löffler eine dringende Bitte: Aus hygienischen Gründen sollten Menschen derzeit von Futterspenden absehen. Die Tiere seien gut versorgt. Dafür werde Futter bei den Landwirten der Region gekauft.

Auch die Nachzucht laufe gut. Gerade bei den Kaninchen gibt es, pünktlich zu Ostern, eine gut gefüllte Kinderstube. Auch die sieben im Januar geborenen Ferkel im Hause Wollschwein fühlen sich offenbar sauwohl. Fröhlich grunzend halten sie ihre Mama auf Trab.

Hoffen auf Nachwuchs

Wie Björn Löffler erklärt, werden bald zwei weibliche Wildschwein-Überläufer im Tiergehege einziehen - in der Hoffnung, dass es auch dort irgendwann quietschfidelen Nachwuchs gibt.