Ausleben l Mit weit mehr als Hundert kleinen, großen und ganz großen Stahlteilen sind gestern früh Mitarbeiter einer Gerüstbaufirma aus Zerbst nach Ausleben gekommen. Und nachdem Bauleiter Bert Treffkorn und seine drei Kollegen etliche dieser Teile auf dem hinteren Gelände des Rathauses ausgebreitet hatten, erinnerte das Ganze nebst dem, was noch auf der Lkw-Ladefläche lag, an ein riesengroßes Puzzle, das nun zusammengesetzt werden muss.

Großes Puzzle aus Stahl

Und zwar zu einer Rettungstreppe. Denn genau die hat gestern das Ausleber Rathaus bekommen. Weil sich derzeit die Kindertagesstätte in diesem Gebäude befindet und deshalb eine solche weitere Sicherheitsanlage erforderlich ist. „Wir hatten zwar schon einige Zeit bevor hier die Kita eingezogen ist, die obere Etage des Hauses in zwei Brandschutzabschnitte eingeteilt, was aber für die neue Situation nicht reicht. Denn da sich oben tagsüber etwa 40 Kinder aufhalten, ist für den Fall der Fälle noch ein zweiter Rettungsweg außerhalb des Gebäudes notwendig.

Rettungsweg ist mobil

Da sich die Kindertagesstätte ja nur vorübergehend im Rathaus befindet und nach der Sanierung des Schlosses Trautenburg dorthin zurückziehen wird, „haben wir uns für einen mobilen Rettungsweg entschieden“, wie der Bürgermeister sagt. Der nun, in der Hoffnung, dass die Instandsetzung des Schlosses plangemäß erfolgt und im Herbst 2021 erledigt ist, diese mobile Rettungstreppe für 86 Wochen quasi gemietet.

Bauen in über fünf Metern höhe

Die nun Bert Treffkorn mit seine Mitstreitern gestern aufgebaut hat. Wobei das im doppelten Sinne alles andere als ein leichtes Puzzle war. Zum einen musste Treffkorn ganz konzentriert die Übersicht behalten, um die einzelnen Schritte in der richtigen Reihenfolge vorzugeben. Zum anderen waren es mitunter sehr schwere Stahlteile, die nach oben gehievt und zusammenmontiert werden mussten. Am Ende in fünfeinhalb Metern Höhe. Denn so hoch über der Erde beginnt nun diese Rettungstreppe, die die Kinder durch ein Fenster der oberen Etage erreichen.

Durch das Fenster ins Freie

Um durch dieses Fenster problemlos in Freie zu kommen, „steht in diesem Raum ein Podest mit ein paar Stufen für die Mädchen und Jungen zur Verfügung“, sagt Dietmar Schmidt. Der nach diesem Bau eines zweiten Rettungsweges noch ein paar weitere Veränderungen im und am Haus ankündigt. Unter anderem eine weitere Rauchmelde- und eine Blitzschutzanlage, wie auch weitere Toiletten, die getrennt nach Mädchen, Jungen und dem Personal errichtet werden.

„Uns geht es in erster Linie um die Sicherheit der Kinder und zudem darum, dass sich die Mädchen und Jungen hier in diesem Gebäude wohlfühlen, bis sie wieder in ihr Schloss zurückziehen können“, sagt der Bürgermeister.