Oschersleben l In Sachen Großbaustellen sind die Oschersleber „Kummer“ gewöhnt. An dieser Stelle sei nur an den Tunnelbau erinnert. Nun wird in der Bodestadt wieder gebaut, es gibt zwar keine Großbaustellen, doch mit der Sanierung eines Teiles der Friedrichstraße und der damit verbundenen Vollsperrung ist eine der wichtigsten Verkehrsadern, in Richtung Innenstadt oder wieder heraus, dicht.

Ortskundige versuchen abzukürzen

Der Verkehr, aus Magdeburg kommend, wird am Ortseingang bereits „abgefangen“, fährt über die Ortsumgehung, über die Straßen Am Pfefferbach und Am Pappelwald, in Richtung Schermcker Straße. An der Kreuzung angekommen, geht es links in Richtung Innenstadt und nach rechts über die L 24 nach Schermcke.

Ortskundige indes wissen diese Umleitung zu umfahren, nutzen stattdessen die Abkürzung über das Einkaufszentrum Marktkauf und biegen in den Peseckendorfer Weg ein, um von dort auf die Schermcker Straße zu gelangen. Doch halt: Auch im Peseckendorfer Weg wird gebaut und die dortige Baustellensituation in der schmalen Straße ist nicht geeignet, auch noch als „Abkürzung“ genutzt werden. Steffen Czerwienski, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt der Stadtverwaltung Oschersleben weist darauf nochmals ausdrücklich hin und bittet die reguläre Umleitung zu nutzen.

Zu allem Überfluss: Wasserrohrbruch

Verschärft wurde die Verkehrssituation im Peseckendorfer Weg zu Wochenbeginn durch einen Wasserrohrbruch. „Das war ein ganz normaler Rohrbruch, der mit den Bauarbeiten im Peseckendorfer Weg nicht zu tun hatte. Es kommt eben vor, dass das Material, aus dem die Trinkwasserleitungen bestehen, ermüdet und ein Rohr bricht“, erklärt die Geschäftsführerin des Trink- und Abwasserverbandes (TAV) Börde, Vinny Zielske. Zum Rohrbruch war es Sonntagabend gekommen. Die Mitarbeiter des TAV waren vor Ort, konnten aber nicht verhindern, dass Grundstücke ansässiger Firmen, wie auch der Betriebshof samt Außenstelle der Stadtverwaltung unter Wasser standen. Deshalb kam es auch zu dem Umstand, dass Unternehmen nicht beliefert, Müll nicht abtransportiert werden konnte. Inzwischen hat sich die Verkehrssituation im Peseckendorfer Weg zumindest in dieser Hinsicht beruhigt.

Seit aber in der Friedrichstraße gebaut wird und der Verkehr aus der Stadt heraus oder hinein über die Schermcker fließt, hätten es Autofahrer schwer aus dem Peseckendorfer Weg heraus zu fahren und auf die Schermcker einzubiegen. „Warum wird die Ampel dort nicht abgeschaltet und stattdessen eine Baustellenampel eingerichtet?“, fragt Wolfgang Schannor, Prokurist der Firma Elektromaschinenbau, die im Peseckendorfer Weg ansässig ist.

Baustellenampel führte zu Staus

„Das ist schwierig, da es sich bei der genannten Ampel, etwa in Höhe des Hagebaumarktes, um eine Fußgängerampel handelt. Aber ich werde mich mit meinen Kollegen beraten, welche Lösung hier gefunden werden könnte“, meint Jürgen Till, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Börde. Er gibt zu bedenken, dass es nur morgens und abends, vielleicht für anderthalb bis zwei Stunden es zu Problemen im Peseckendorfer Weg kommt. Gerade aktuell kann er berichten, dass mit Beginn der Bauarbeiten in der Friedrichstraße am Anfang und am Ende der Umleitungsstrecke, zwischen der B 246 (Einbiegung Am Pfefferbach zur L 24 (Einbiegung Am Pappelwald) Bauampeln aufgestellt waren. „Die haben wir ganz schnell wieder abgeschaltet, weil sie erst recht zu Staus führten. Eine Ampel ist also nicht immer eine gute Lösung“, erklärt Till.

In der Friedrichstraße haben die Straßenbauer bereits ganze Arbeit geleistet. Der Asphalt einer Straßenseite ist bereits abgefräst, gestern kam eine erste neue Asphaltschicht darauf. Für die Sanierungsarbeiten in diesem Bereich der Friedrichstraße sind 14 Tage eingeplant. Läuft alles nach Plan, enden die Bauarbeiten am 29. November.