Remkersleben l Lange Wochen war wie alle Chöre auch der Männergesangverein „Freundschaft“ aus Remkersleben coronabedingt verstummt. Singen war verboten. Jetzt erklingen die Stimmen wieder – wenn auch unter Auflagen. Wenn sich die 16 Sangesbrüder einmal wöchentlich im Remkersleber Bürgerhaus treffen, müssen die coronabedingten Auflagen beachtet und auch immer die Anwesenheitslisten ausgefüllt werden. Die Sangesbrüder sind aber in erster Linie froh, dass sie überhaupt wieder gemeinsam ihrem Hobby nachgehen können.

Baugerüst wird zur Bühne

Wann sie das nächste Konzert in ihrer Dorfkirche geben werden, steht noch in den Sternen, aber als Kulisse wissen sie sie immer zu schätzen. Deshalb wählten sie die St. Michael-Kirche auch vor einigen Tagen als Hintergrund für ein besonderes Projekt. Die herumstehenden Farb- eimer und die Baustellenatmosphäre allgemein störten sie dabei überhaupt nicht. Einige der rüstigen Herren erklommen sogar die unterste Ebene des Baugerüstes, um sozusagen „von oben herab“ zu singen.

„Wir wollen einen kleinen Spot für das Internet drehen, um nicht nur uns vorzustellen, sondern auch unsere schöne Kirche zu zeigen“, erklärte Christian Becker, der den Chor dirigiert. Zudem biete auch der Ort Remkersleben 875 Jahre nach seiner Ersterwähnung in diesem Jahr einen Anlass für ein besonderes Ständchen.

Aufnahme in Bild und Ton

In Abstimmung mit seinen Sangesbrüdern hatte er die Lieder „Wir sind die alten Säcke“ und „Freude schöner Götterfunken“ für die Aufführung der besonderen Art – an einem Sonntag, an einem für eine Probe nicht üblichen Ort – ausgesucht. Mit Handy und Tablet stand Christian Beckers Frau Liane parat, um den Gesang in Bild und Ton festzuhalten. Mit einem Schwenk dokumentierte sie auch den Fortschritt der derzeitigen Sanierungsarbeiten in der Kirche.

Seit Mai dieses Jahres haben hier nämlich die Bauarbeiter das Sagen – Gestühl, Altar und Emporen sind verhüllt. Im Rahmen der Innensanierung wurden Risse beseitigt und die Wände neu gemalert. Auch ein Fenster konnte repariert werden. Besonders die detailreichen Arbeiten, die der Restaurator hinterlassen hat, ziehen bereits die Blicke auf sich, auch wenn die Rüstung noch steht. Nach Aussage von Christian Schreiner als Vorsitzender des Remkersleber Gemeindekirchenrates sind die Tage der Rüstung in der St. Michael-Kirche aber gezählt. Auch der Plan, die Innensanierung bis spätestens zum Anfang Dezember abzuschließen, scheint nicht in Gefahr zu sein. „Bevor die Rüstung abgebaut wird, wollen wir die Ehrentafeln noch saubermachen“, erklärte Schreiner.

Unterdessen arbeitet Christian Becker an der Fertigstellung des Videos, das unter dem Titel „Wir unterstützen unsere Kirche“ im Internet zu finden sein soll – und das möglichst in wenigen Tagen schon.