Oschersleben l Über die Ortschaftsräte hatte die Stadtverwaltung versucht, die Diskussion um einen Jugendbeirat oder ein Jugendparlament anzuschieben. Die Resonanz darauf ging gegen Null. Jetzt ist erneut Schwung in die Sache gekommen. Der Emmeringer Lutz Bittner knüpfte den Kontakt zu Tilo Garlipp von der Externen Koordinierungs- und Fachstelle Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt und zu Maria Burkhardt vom Landeszentrum Jugend und Kommune. Auch Janina Kluge war jüngst bei einer Beratung mit Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer im Oschersleber Rathaus vertreten. Sie berichtete als Angestellte des Landkreises Börde über den Jugendkreistag und welche Erfahrungen gemacht wurden, diese „Institution“ zu schaffen.

„Wir haben viel versucht, die Jugendlichen an der Gestaltung der Kommunalpolitik zu beteiligen. Wir möchten ein Stück unserer ‚Macht‘ an sie abgeben, möglicherweise in Form eines Jugendbeirates“, meint Bürgermeister Benjamin Kanngießer. Wichtig und nötig sei zunächst ein Grundsatzbeschluss des Stadtrates, der noch in diesem Jahr nach einer Beratung in den Fraktionen, Ortschaftsräten und Ausschüssen möglich wäre. Dieser Grundsatzbeschluss hätte über Legislaturperioden hinweg Bestand.

Rederecht in Ausschüssen denkbar

Diskutiert wurden von Benjamin Kanngießer, Lutz Bittner, Tilo Garlipp und Maria Burkhardt, welche Wege es gibt, interessierte Jugendliche überhaupt erst einmal zu erreichen. Als Beispiel wurden die Jugendfeuerwehren genannt. Vorhandene Strukturen sollten genutzt werden. Eine Online-Befragung könnte ebenso hilfreich sein, Kontakte zu Jugendlichen zu knüpfen. Wie alt sollten die Mitglieder des Jugendbeirates sein? Jünger als 14? Die obere Grenze sollte bei 21 liegen. Wo gibt es Möglichkeiten der Förderung?

Gerade für Kinder könnte das Projekt „Stadtdetektive“ interessant sein. Sie erfahren, was sich ihre Altersgefährten wünschen, wo es klemmt, was verbessert werden könnte. Auch das Rede- und Stimmrecht des Jugendbeirates in Ausschüssen und Sitzungen solle gut überlegt werden. „Eine Kinder-und Jugendkonferenz im Rathaus oder dort, wo sich die Kinder und Jugendlichen wohlfühlen, könnte ein Weg sein, mit den jüngeren Bürgern der Stadt und der Ortsteile ins Gespräch zu kommen. Einen Mix aus verschiedenen auch digitalen Formen sollte es geben,“schlug Maria Burkhardt vor. „In jedem Fall sollte das Ziel des Jugendbeirates sein, dass die Jugendlichen sagen können: Hier passiert etwas mit meiner Meinung, sie findet Gehör“, so Lutz Bittner.