Landtagswahl

Wahlsieger Guido Heuer will für Oschersleben und Wanzleben Schulstandorte sichern

Die Landtagswahl im neuen Wahlkreis Oschersleben/Wanzleben ist Geschichte. Während der Sieger bereits über die ersten Herausforderungen nachdenkt, macht sich der Zweitplatzierte Gedanken zum hohen Prozentanteil der Nichtwähler. Die will der Kandidat der Freien Wähler hingegen künftig an die Wahlurne locken.

Von Christian Beseckeund und André Ziegenmeyer
Andreas Kühn hat am Wahlabend mit Parteifreunden und Wahlhelfern sein gutes Abschneiden gefeiert.
Andreas Kühn hat am Wahlabend mit Parteifreunden und Wahlhelfern sein gutes Abschneiden gefeiert. Foto: Hagen Uhlenhaut

Wanzleben/Oschersleben l Das errungene Direktmandat für den Landtag beflügelt Guido Heuer (CDU). Er schaut aber schon auf Herausforderungen voraus. „Es geht um die Absicherung der vorhandenen Schulstandorte und eine auskömmliche Finanzierung der Kommunen“, sagt er. „Dazu gehört die gleichmäßige Verteilung von zur Verfügung stehenden Gelder.“ Das Radwegekonzept des Landkreises müsse mit dem des Landes zusammengeführt werden. Zudem sei es wichtig, Arbeitsplätze durch Ansiedlung von innovativen Unternehmen zu erhalten. Dafür werde er sich im Landtag starkmachen.

Andreas Kühn als Direktkandidat der AfD zeigte sich am Tag nach der Wahl nachdenklich. „Man macht sich viele Gedanken, was man im Wahlkampf hätte anders machen können“, erklärte er. Auf der anderen Seite sei das Wählervotum sehr stark ausgefallen. „Ich hoffe, dass die CDU in den nächsten fünf Jahren etwas daraus macht“, sagte Kühn. Denn mit einem solchen Ergebnis müsse man verantwortungsvoll umgehen.

Mit seinem persönlichen Abschneiden als Direktkandidat sei er keineswegs unzufrieden. Ob er bei der nächsten Landtagswahl erneut antreten werde, sei aber noch völlig offen. „Ich werde dann 61 sein. Ob ich das dann noch möchte, kann ich heute nicht sagen“, so Andreas Kühn. Er werde nun die Ämter fortführen, die er innehabe. Unter anderem ist der 55-jährige Schatzmeister des AfD-Kreisverbandes sowie zweiter stellvertretender Vorsitzender des Kreistags. Nicht zuletzt sitzt er im Ortschaftsrat Osterweddingen und im Gemeinderat Sülzetal.

Was ihn nachdenklich mache, sei die geringe Wahlbeteiligung. Die AfD habe versucht, Nichtwähler zu mobilisieren. Dass bei einer Wahl, bei der es durchaus um eine Richtungsentscheidung ging, 40 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht keinen Gebrauch machten, sei schwierig. Die CDU habe nun die Möglichkeit, zwei verschiedene Arten von Koalitionen zu bilden. „Ich werde abwarten, was geschieht“, so Andreas Kühn.

Andreas Strehlow (Freie Wähler Sachsen-Anhalt) war am Wahlabend telefonisch nicht zu erreichen. Daher kommt er nun zu Wort. Er schätzt das Abschneiden der Freien Wähler bei der Landtagswahl als ein ordentliches Ergebnis ein. „Für eine Partei, die gerade einmal 290 Mitglieder hat, sind 3,1 Prozent landesweit gut", sagt er. „Wir haben also alles richtig gemacht.“ Sehr zufrieden ist er auch mit seinem Ergebnis im Wahlkreis. „Gerade in den Heimatgemeinden habe ich eine gute Zustimmung erhalten. Darauf kann man aufbauen. Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass die Menschen uns als die Kraft aus der bürgerlichen Mitte auch erkannt haben.“

Der Blick in die einzelnen Orte zeigt mitunter deutliche Unterschiede im Wahlergebnis. Zwar lag der CDU-Direktkandidat Guido Heuer im Oschersleber Stadtgebiet am Ende mit 30,43 Prozent der Erststimmen deutlich vor Andreas Kühn von der AfD (23,7 Prozent). Zwischenzeitlich war es aber auch anders herum. In einigen Wahllokalen hatte Kühn bis zum Schluss die Nase vorn. Ein Beispiel ist Peseckendorf. Dort erzielte der AfD-Direktkandidat 40,22 Prozent der Erststimmen, Guido Heuer kam auf 23,91 Prozent. In Klein Oschersleben sah es anders aus. Hier bekam Andreas Kühn lediglich 20,73 Prozent, Guido Heuer 36,59 Prozent.

Wolfgang Zahn als Direktkandidat der SPD kam mit 19,59 Prozent der Erststimmen in ganz Oschersleben auf ein deutlich stärkeres Ergebnis als mit Blick auf den gesamten Wahlkreis (13,79 Prozent). Knut Freese schnitt dagegen in Oschersleben mit 6,87 Prozent schwächer ab. Im Gebiet der Stadt Wanzleben-Börde kam er auf 15,57 Prozent. Im ganzen Wahlkreis lag er bei 9,37 Prozent. Im Gegenzug kam Wolfgang Zahn im Wanzleber Bereich nur auf 8,17 Prozent der Erststimmen. Andreas Strehlow konnte in der Gemeinde Wanzleben-Börde 8,55 Prozent der Erststimmen für sich verbuchen. In seinem Heimatort Hohendodeleben kam er auf 16,93 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag im ganzen Wahlkreis mit 61,31 Prozent ziemlich hoch. 1,32 Prozent der Stimmen waren ungültig.