Schwaneberg l Es ist ein kalter Vormittag in Schwaneberg. Trotz der vielen Sonnenstrahlen klettern die Temperaturen auf gerade einmal fünf Grad Celsius. In der Bördestraße gegenüber der einstigen katholischen Kirche sind eine Handvoll Buden aufgebaut. Diese verraten: Am Sonntag, 10. Dezember, veranstaltet der Heimat- und Kulturverein seinen jährlichen Weihnachtsmarkt.

Dann erscheint Vereinsvorsitzender Rudi Wenzel. Er macht einen quirligen Eindruck. „Es gibt noch viel zu tun“, erzählt er, während er gespannt in Richtung Osten schaut. Von dort ist schon das Tuckern eines Traktors zu hören. „Das ist mein Schwiegersohn. Der bringt die Tanne für den Innenraum der Kirche“, sagt der Vereinschef.

Knirpse schmücken die Tannen

Den etwa vier Meter hohen Baum, eine Edeltanne, habe er selbst soeben auf seinem Grundstück gefällt. Die Tanne vor dem zur Kulturkirche umfunktionierten Sakralbau stamme dagegen von Schwaneberger Einwohnern. „Die haben das schöne Stück gespendet“, erklärt Rudi Wenzel dazu.

Während er und sein Schwiegersohn die mitgebrachte Tanne in den Backsteinbau wuchten, ist auf einmal Gesang aus den Kehlen von Kindern zu hören. Gemeinsam singen die etwa 15 Mädchen und Jungen „Oh Tannenbaum“. Die Knirpse der Kita „Wilde Schwäne“ sind hier, um beim Schmücken der beiden Tannen zu helfen. Auf die Frage von Kita-Leiterin Manuela Hammecke, wie denn die Tanne gefalle, bekommt sie zur Antwort. „Ein bisschen nackig.“

Doch das soll natürlich so nicht bleiben. Denn schon werden Kisten und Tüten ausgepackt und es kommen kleine Schmuckbildchen zum Vorschein. Im Nu greifen die Mädchen und Jungen nach den bunten runden Dekoteilen und hängen diese an die Tanne vor der Kirche.

Schmuck selbst gebastelt

Anschließend ist der Baum innerhalb des Gebäudes dran. Für den liegen bereits traditionelle Glaskugeln bereit sowie geschnittene Orangenscheiben, die nach und nach ihre Plätze an der Tanne finden. „Das Meiste haben wir selbst gebastelt“, erzählt die Kitaleiterin unterdessen. Mit Wir meint die Erzieherin nicht nur ihre beiden Kolleginnen Andrea Sombrowski und Mareike Wieczorek, sondern auch und vor allem die „Kleinen Räuber“, also die Drei- bis Vierjährigen an der Kita, sowie die „Rasselbande“, also die Vier- bis Sechsjährigen. Das Basteln für die Weihnachtsbäume des Heimat- und Kulturvereins sei bereits so eine Art Tradition, die gewiss auch im kommenden Jahr wiederholt würde.

Und während die Mädchen und Jungen weiter fleißig dekorieren und um den ehemaligen Altar rumwuseln, zeigt Rudi Wenzel auf ein kleines Krippenspiel. „Schön, dass wir das zeigen können. Die Figuren sind sehr alt. Die waren schon hier, als ich noch ein Kind war“, erinnert sich der rüstige Rentner. Die Krippe selbst ist allerdings neu und sei von einem Schwaneberger gebaut worden. „Und das Ölbild im Hintergrund, dass das Heilige Land zeigt, hat ebenfalls ein Einheimischer gemalt“, erläutert Wenzel.

Auch vom bevorstehenden Weihnachtsmarkt erzählt der Vorsitzende. Die Veranstaltung in und vor der Kulturkirche starte um 14.30 Uhr mit einem Markttreiben. Um 14.40 Uhr soll eine Märchenstunde für leuchtende Kinderaugen sorgen. Ab 15.30 Uhr ist dann ein Konzert mit dem Kinderchor der Grundschule Altenweddingen und dem gemischten Chor „Bördeklang“ vorgesehen. Gegen 16.30 Uhr wird der Weihnachtsmann erwartet.

Tombola und Bastelstrecke

Außerdem gebe es Leckeres vom Grill sowie Kaffee und Kuchen, Waffeln, Kinderpunsch, Glühwein, Eierlikör, Bier und alkoholfreie Getränke. „Wir haben auch eine Tombola und eine Bastelstrecke vorbereitet. Außerdem werden Weihnachtsgestecke und Schmuck zum Verkauf angeboten“, erklärt Wenzel weiter.

Derweil sind Kugeln, Orangenscheiben und Bildchen an beiden Tannen verteilt, die jetzt als Weihnachtsbäume Schwaneberger Bürger und Gäste erfreuen sollen. Und darauf sind die Knirpse sind sichtlich stolz. So stolz, dass sie zum Abschluss noch einmal ein Ständchen geben. „So viel Heimlichkeit“ singen die „Kleinen Räuber“ und die „Rasselbande“ – und wünschen einen frohen Advent.