Emmeringen l Die Emmeringer Kirche ist ein Paradebeispiel, wie aus einer Kirchenruine ein Kleinod werden kann. In dem heute Lesungen, Konzerte, Trauungen, Ausstellungen und vieles mehr stattfindet. Die Emmeringer Kirche inzwischen als kleines Kunst- und Kultur-Zentrum für den Ortsteil und die gesamte Stadt Oschersleben zu bezeichnen, würden wohl viele Leute unterschreiben. Wie auch vielen klar sein wird, dass solch ein Weg von Ruine zum Kleinod lang, beschwerlich und auch steinig ist. Aber zu schaffen.

Nicht zuletzt weiß das Eva Klix, die quasi den Grundstein für die Auferstehung der Emmeringer Kirche gelegt hat. Denn als sie in der zweiten Hälfte der 90er Jahre in Emmeringen die „Kinderhäuser Mittendrin“ gegründet und gebaut hat, wollte sie auch etwas für die benachbarte Kirche tun. „Die drohte damals zu zerfallen. Der Zugang war ringsum mit rot-weißen Bändern gesperrt“, erinnert sich Eva Klix, die zunächst mit anderen engagierten Ortsbewohnern einen Klub gegründet hatte, der zum einen das Dorfleben entwickelt und auch dafür gesorgt hat, das die Kirche erst einmal ein neues Dach bekommt.

Landesheimatbund und Emmeringer luden ein

Schließlich sei die Gründung eines weiteren Vereins erforderlich gewesen, um das Kirchengebäude richtig zu sanieren. Das ist der Verein „Emmeringer Kirche und Kunst“, dem die entweihte Kirche nunmehr gehört und der sie in den zurückliegenden Jahren mit Spenden und mit Fördermitteln in Höhe von 180.000 Euro runderneuert hat.

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Das alles und noch viel mehr haben Eva Klix sowie Lutz Bittner als Vorsitzender des Vereins „Emmeringer Kirche und Kunst“ nun den Teilnehmern einer Regionalwerkstatt „Kirche als Wahrzeichen“ vorgetragen. Zu der hatten der Landesheimatbund in Zusammenarbeit mit dem Emmeringer Verein sowie mit den Heimatvereinen aus Peseckendorf und Hordorf eingeladen. Und dieser Einladung waren reichlich Teilnehmer gefolgt. Angefangen von der Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch und etlichen anderen Landespolitikern über den evangelischen Kirchenkreis-Superintendenten Matthias Porzelle und anderen Kirchenvertretern bis hin zu Landrat Hans Walker, Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer und weiteren Kommunalpolitikern.

Sie alle haben sich zunächst die marode Kirche in Peseckendorf angesehen und dort einen Luther-Baum gepflanzt, um dann auch in Emmeringen einen solchen Baum zu pflanzen, sich dort die bereits sanierte Kirche anzusehen und schließlich miteinander zu reden. „Vereinsdialog“ haben die Organisatoren diesen letzten Tagesordnungspunkt genannt.

Nächste Veranstaltung in Hordorf

Dabei sei nach Meinung von Lutz Bittner sehr wichtig gewesen, dass die Vereine, die sich um die Kirchen sowie deren Umfeld kümmern und bestrebt sind, diese Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen, unter anderem mit den Fördermittel-Entscheidungsträgern ins Gespräch gekommen sind. Vor allem, um ihnen Verständnis für die Probleme vor Ort zu vermitteln.

„Diese Regionalwerkstatt war sehr erfolgreich und ich möchte mich bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben“, sagt Lutz Bittner und kündigt Folge-Veranstaltungen, beispielsweise schon für Ende Oktober einen Tag der offenen Kirche in Hordorf an.