Oschersleben l Zum ersten Mal eingezogen in den Oschersleber Stadtrat ist Werner Mormann im Mai 1990. Seinerzeit für den Bund Freier Demokraten (BFD), aus dem drei Monate später die FDP geworden ist. Nicht zuletzt waren es die Bewohner der Wasserrenne, die ihn damals gebeten hatten, dass er sich auch unter den neuen Bedingungen für ihre Belange einsetzt, wie er es schon die Jahre zuvor parteilos in diesem Wohnbezirk getan hatte.

Was Werner Mormann 1990 auch gern übernommen hat und vier Jahre später fortsetzen wollte. Diesmal als Kandidat auf der Liste der Grünen. Was aber nicht funktionierte, Mormann ist nicht wiedergewählt worden. „Ich hatte mich damals in unserem Wohngebiet dafür eingesetzt, mehrere Bäume zu fällen, weil die umzustürzen drohten. Deshalb hat mich wohl der eine oder andere nicht unbedingt als einen Grünen gesehen“, so Mormann 25 Jahre später.

Wechsel zur SPD

Wobei sich Werner Mormann zu jener Zeit ohnehin nach wie vor in einem „politischen Findungsprozess“ befunden habe, wie er heute sagt. Schließlich habe ihn der damalige Oschersleber SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph Warweg mit seinen Haltungen und seiner Kommunalpolitik davon überzeugt, dass er bei der SPD richtig aufgehoben ist. Wobei bei der Entscheidung dann auch in die SPD einzutreten, zudem die von ihm geschätzten Politiker Willy Brandt und Helmut Schmidt sowie seine eigene Herkunft eine Rolle gespielt haben. Stammt Werner Mormann doch aus dem proletarischen Ruhrgebiet und ist 1961 der Liebe wegen nach Oschersleben gekommen. Wo er dann 1999 abermals und nun als SPD-Mitglied in den Stadtrat gewählt worden ist. Wie auch bei den drei folgenden Kommunalwahlen, also 2004, 2009 und 2014.

„Ich habe unter anderem im Finanzausschuss oder auch im Sozialausschuss mitgearbeitet und bin zufrieden mit dem, was wir in all den Jahren als Fraktion und auch als Stadtrat erreicht haben“, sagt Werner Mormann. Der insgesamt die Entwicklung der Stadt Oschersleben positiv bewertet und dabei zum Beispiel auf den Erhalt des Freibades stolz ist, sowie auf all das, was sich im Bereich der Burg oder auch im Bereich des alten Bahnhofgebäudes entwickelt.

Wobei Werner Mormann nicht mit jeder Entscheidung einverstanden war: „Ich habe manch einer Idee des Rates, aber auch meiner Fraktion widersprochen“, sagt Mormann, für den aber genau das eine gelebte Demokratie war und ist. Nach dem Abschied aus dem Stadtrat hat Mormann auch einen privaten Neuanfang in Angriff nehmen müssen und auch genommen. Ist doch seine Ehefrau Bärbel im vergangenen Jahr gestorben, mit der er seit Kindesbeinen zusammen war. Weshalb er nun unter anderem umgezogen ist. Während Mormann weiterhin im Kreisseniorenrat mitarbeiten möchte, denkt es aber darüber nach, den Vorsitz des Kleingartenvereins „Storchshöhe“ abzugeben.