Kroppenstedt l Der Knall ist in ganz Kroppenstedt zu hören. Er kommt wohl aus Richtung Schule. Tatsächlich, hier ist etwas explodiert. Wie sich später herausstellen wird, sind im Chemieunterricht bei einem Experiment zwei Lösungen verwechselt worden. Jetzt ist alles voller Qualm, auf der Erde liegen drei Verletzte und wimmern.

Bevor die Notärzte eintreffen, ist Erste Hilfe gefragt. Und die leisten auch sofort Jasmin, Maya, Jamie, Skarlett und Pia. Die Mitglieder der Jugendrotkreuz-Gruppe „Die geheimnisvollen 6“ aus Seehausen teilen sich sofort auf, bringen einen Verletzten in die stabile Seitenlage, legen einem anderen einen Kopfverband an wickeln einen dritten ganz vorsichtig in eine Rettungsdecke.

Ausbilderin ist auf Schützlinge stolz

Womit die Aufgabe auch schon erledigt ist. Denn es handelt sich hier nicht um einen realen, sondern um einen fiktiven Unfall. Der zu einem Wettbewerb gehört, in dem die Seehäuser Grundschüler nach Meinung ihrer Ausbilderin Margot Mahlfeld an dieser Station sehr gute Arbeit leisten: „Ich bin froh und stolz.“

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Es ist der jährliche Jugendrotkreuz-Wettbewerb des DRK-Kreisverbandes Wanzleben, zu dem gut 90 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nach Kroppenstedt gekommen sind, um ihre Kenntnisse und Fähigkeiten als Rotkreuzler zu messen. Die jüngsten sind 6 Jahre alt, die ältesten Mitte 20. Und ihrem Alter entsprechend, sind die 14 Teilnehmergruppen aus Wormsdorf, Seehausen, Hohendodelen, Altenweddingen und Langenweddingen in vier Altersklassen eingeteilt. So dass es am Ende vier Siegerteams gibt.

Steiniger und weiter Weg

Allerdings ist es bis zum Ende ein recht weiter Weg. Denn es müssen insgesamt 14 Stationen angelaufen und absolviert werden. Ausgangspunkt ist die DRK-Begegnungsstätte, von dort führt der Wettbewerbsweg kreuz und quer durch Kroppenstedt.

„An den 14 Stationen geht es aber nicht nur um Erste Hilfe in Praxis und Theorie, sondern unter anderem auch um Geschicklichkeit, um gesunde Ernährung oder um Allgemeinwissen“, sagt Carolin Sauer, die im DRK-Kreisverband die Vereinsarbeit und somit auch diesen Wettbewerb koordiniert: „Und außerdem haben die Teilnehmer in diesem Jahr zum ersten Mal auch eine musisch-kulturelle Aufgabe bekommen.“

Detektiv spielen

Diese Aufgabe hat mit dem Motto dieses 2018er Wettbewerbs zu tun, das da lautet: „Jugendrotkreuz Detektive“. Ein Motto, das nicht nur am Anfang und am Ende des Wettbewerbs sichtbar ist, sondern wie ein roter Faden auch an allen Stationen. So bekommen die Teilnehmer zu Beginn des Wettbewerbs eine Kriminalgeschichte erzählt, zu der an jeder Station eine Frage gestellt und deren richtige Antwort mit Zusatzpunkten belohnt wird. Wie es schließlich auch an der 14. und letzten Station auf dem Gelände der Begegnungsstätte Punkte für die Präsentation einer selbst ausgedachten Detektivgeschichte gibt.

„Insgesamt ist das hier zwar ein Wettbewerb, in dem sich die Jugendrotkreuz-Gruppen vergleichen, die sich in der Regel wöchentlich treffen, um etwas über die Erste Hilfe zu lernen. Aber sowohl bei diesen regelmäßigen Gruppen-Treffen in den einzelnen Orten als auch beim heutigen Wettbewerb stehen doch beim Jugendrotkreuz vor allem Spaß, Spiel und das Miteinander im Vordergrund“, sagt Carolin Sauer.

Spaß und Miteinander wichtig

Spaß gibt es dann nochmal, nachdem alle 14 Wettbewerbsgruppen ihre Aufgaben erfüllt und das Ziel erreicht haben. Denn während sich die Juroren all die vielen Ergebniszettel ansehen und auswerten, also die Sieger ermitteln, werden die Teilnehmer nicht nur gut versorgt, sondern bekommen auch ein Programm geboten, vor allem von der DRK-Cheerleader-Gruppe aus Eilsleben.

Um danach zu erfahren, wer denn nun die Sieger und die Platzierten sind. Was sowohl etwas Enttäuschung als auch Freude auslöst hat. Freude vor allem bei den vier Siegermannschaften, die sich damit auch für den Landeswettbewerb qualifiziert haben, der im nächsten Jahr stattfindet.

Dank an mehr als 70 ehrenamtlichen Helfer

Doch wird bei dieser Auswertung nicht nur den besonders erfolgreichen, sondern allen Teilnehmern des Wettbewerbs gedankt. Wie auch den mehr als 70, zumeist ehrenamtlichen Helfern und den Sponsoren. „Ohne diese Helfer und Sponsoren wäre es nicht möglich, eine solche Veranstaltung auszurichten“, so Carolin Sauer.