Üplingen l Bereits im vergangenen Jahr hat der Gemeinderat Ausleben beschlossen, den Bebauungsplan für den Bullenberg zu ändern. Den Bullenberg bei Üplingen bringen Ortskundige sofort mit Windrädern in Verbindung. Auf der Anhöhe bei Üplingen drehen sich seit 1996 40 Windräder. Ein Teil der Fläche ist der Gemeinde Ausleben zuzuordnen. Die Windräder sind in die Jahre gekommen, heute gibt es längst eine neue Generation von „Windmühlen“, die wesentlich effektiver sind.

Mit der Änderung des B-Planes können 14 alte Windräder entfernt und dafür sieben neue mit einer höheren Leistung und höherer Effektivität errichtet werden. Die neue Windräder-Generation kann bis zu 220 Meter hoch sein. Die geforderten 1000 Meter Abstand zur nächsten Bebauung werden eingehalten.

Seit dem Beschluss des Ausleber Gemeinderates zur Änderung des B-Planes sind die nötigen Schritte eingeleitet und 28 Träger öffentlicher Belange um ihre Stellungnahmen gebeten worden. Diese fließen in die weitere Planung ein. Im Ergebnis ist auch ein 125 Seiten starker Umweltbericht erarbeitet worden. Während der jüngsten Gemeinderatssitzung am 31. ugust stellten der Vorhabenträger Boreas Energie GmbH Dresden und das Planungsbüro Ingenieurbüro Invest Projekt (IIP) GmbH Westeregeln Änderungen vor, die in den Bebauungsplan eingearbeitet werden müssen. Die Windräder werden so angeordnet, dass die geforderten 1000 Meter Abstand zur nächsten Wohnbebauung eingehalten werden. Ursprünglich sollte eine Reduzierung der Abstandsflächen vorgenommen werden, dass wurde abgelehnt.

Vom Denkmalamt sei der Hinweis gekommen, dass auf dem Gelände sogenannte „Schürfe“ vorgenommen werden müssen. Werden dabei Funde gemacht, müssen diese dokumentiert werden.

Die neuen Windräder werden nicht 220 Meter in den Himmel ragen, sondern nur 200. Dennoch beanspruchen sie deutlich größere Flächen für die Fundamente, werden größere Flächen versiegelt. Das können die 14 Windräder, die rückgebaut werden, mit ihren Fundamenten nicht wett machen. Im Ergebnis bedeutet dies, dass mehr Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgenommen werden müssen. Insgesamt müssen 185 000 Biowertpunkte geschaffen werden.

Um diese zu erreichen, müssen insgesamt vier Kompensationsmaßnahmen auf den Weg gebracht werden. Dazu gehört eine Bodenentsiegelung und Nutzungsintensivierung mit einem Umfang von 6970 Quadratmetern sowie die Entwicklung von Feldhamsterlebensräumen.

Eine weitere Kompensation wäre die Umwandlung von Acker in Brachfläche oder die Neuanlage beziehunsgweise die Ergänzung von Hecken oder Obstbaumreihen. Hier kam der Hinweis vom Gemeinderat, an gemeindeeigenen Feldwegen Obstbaumreihen anzulegen, um die geforderten zwei Hektar auszugleichen.

Maßnahme Nummer 4 wäre der Ankauf von Biotopwertpunkten aus dem Ökopool der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt zur Erstaufforstung in Wegenstedt. Der Gemeinderat hat dafür wenig Verständnis dafür, dass die errechneten 184.100 Biotopwertpunkte in einer weit entfernten Gemarkung umgesetzt werden sollen. „Wieso Wegenstedt“, fragte Matthias Klings. „Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen dürfen auch nicht zu nahe am Konfliktort angesiedelt werden“, erklärte daraufhin Susann Wickert vom Unternehmen Boreas Energie GmbH.

Außerdem müsse dann die Gemeinde Ausleben entsprechend große Flächen für diese Aufforstung zur Verfügung stellen. Auf der Gemeinderatssitzung wurde allerdings auch betont, dass die Planungen für den Grünbereich noch nicht abgeschlossen sind und die Gemeinde weiterhin ein Mitspracherecht hat, auch was Ausgleichs-und Ersatzmaßnahmen betrifft.

Der Gemeinderat Ausleben wird auf der nächsten Sitzung des Bauausschusses einen Katalog von Pflanzmaßnahmen aufstellen, wo in der Gemarkung Ausleben noch Handlungsbedarf besteht. Hier sind insbesondere die Bepflanzung der Bachläufe mit Erlen im Fokus, um durch den Schatten den Bewuchs in den Bachläufen einzudämmen.

In der Stellungnahme der Gemeinde als Träger öffentlicher Belange wird dann noch aufgenommen, dass untersucht wird, wie viel von den 184.100 Biotopwertpunkten in der Gemarkung Ausleben umzusetzen sind.