Gröningen/Kroppenstedt l Wie Ines Kühn vom Bauamt der Verbandsgemeinde Westliche Börde den Räten erklärte, hat die Stadt Kroppenstedt die Bauplanung für das Projekt bereits eingeleitet. So beabsichtige das Unternehmen „Windpark Kroppenstedt GmbH & Co. Betriebs KG“ die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung von Windkraftanlagen zu regeln. Ziel und Zweck der Planungen sei die Errichtung von Windrädern neuester, energetisch effektiver Anlagengenerationen mit einer maximalen Höhe von 250 Metern.

Deshalb seien entsprechende Bebauungspläne aus dem bestehenden Flächennutzungsplan zu entwickeln. Doch aufgrund der aktuellen Darstellung als Fläche für Landwirtschaft muss der F-Plan geändert werden.

Einstimmig für Änderung

Grundlage dafür soll der Regionale Entwicklungsplan (REP) sein. In diesem ist eine Fläche nahe Westeregeln mit Beschluss vom 14. März dieses Jahres bereits als Windenergiefläche ausgewiesen. Allerdings müssen eventuelle Einwänder wie Kommunen diesem Beschluss noch zustimmen.

Am Ende der Lesung zur Beschlussvorlage stimmten alle Verbandsgemeinderäte für die Änderung des Flächennutzungsplanes.

Laut Kroppenstedts Bürgermeister Joachim Willamowski will die Stadt bereits seit dem Jahr 1995 einen Windpark auf einer der sogenannten Reithufenflächen der Stadt errichten lassen. Jedoch seien die Vorhaben immer wieder beerdigt worden, so für eine Fläche in Richtung Hakel. Dort waren umweltrechtliche Bedenken angemeldet worden.

Genehmigung ist wahrscheinlich

Vor rund zehn Jahren waren die Verantwortlichen dann auf ein Areal westlich von Westeregeln aufmerksam geworden. „Dort standen bereits sechs Windräder, später sind weitere hinzugekommen“, erinnerte sich Kroppenstedts Rathauschef. Diese Fläche war in den REP bereits als Windenergienutzfläche aufgenommen worden. „Deshalb kamen wir auf die Idee, in direkter Nachbarschaft, aber auf einer unserer Reithufenflächen, drei weitere Anlagen aufzustellen“, sagte Willamowski auf Volksstimme-Nachfrage. Es habe in den verschiedensten Gremien wie Ausschüssen und Stadtratssitzungen zahlreiche Beschlüsse gegeben mit jeweils nur einer Gegenstimme. „Die Akzeptanz unter den Kroppenstedtern ist also sehr hoch, schließlich kommen die künftigen Einnahmen ja der Reithufenstiftung zugute.“

Seitdem liefen die Planungen bereits. „Ich hatte die Geschichte eigentlich schon abgehakt. Doch nun ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die Anlagen doch noch genehmigt werden“, blickt der Rathauschef positiv in die Zukunft.

Reithufen sind Ackerflächen

Hinter der „Windpark Kroppenstedt GmbH & Co. Betriebs KG“ stecke übrigens das Unternehmen SAP. Laut Willamowski muss die Stadt keinen Cent in das Vorhaben investieren. Einnahmen durch Verpachtung kämen der Reithufenstiftung Kroppenstedt und damit beispielsweise Vereinen zugute.

Reithufen spielen in Kroppenstedt schon seit Jahrhunderten eine große Rolle. Kroppenstedter Reiter dienten von 1371 bis 1727 dem jeweiligen Landesfürsten und wurden verpflichtet, reisende Kaufleute vor Wegelagerern zu schützen. Für ihre Verdienste wurden ihnen Äcker, die so genannten Reithufen, verliehen. 1727 wurden die Reiterdienste aufgehoben und aus den Reithufen wurde die noch heute existierende Reithufenstiftung. Die Ackerflächen, die 1. Grades vererbbar sind, werden von einem Reithufenkollatoren-Kollegium ehrenamtlich verwaltet. Wird eine Reithufe frei, wird sie auf dem alljährlichen Freikreuzfest verlost.