Oschersleben l Steffen Czerwienski, Fachsbereichsleiter Umwelt und Bauen der Stadtverwaltung Oschersleben, kann mitteilen, dass im Betriebshof der Stadtverwaltung Oschersleben etwa 300 Tonnen Streusalz und 50 Tonnen Streusplitt eingelagert sind. Für den Einsatz im Winterdienst, der im Fall des Falles sieben Tage die Woche gilt, stehen für die Kernstadt sieben Mitarbeiter des Bauhofes bereit. Fünf von ihnen sind mit drei Multicar, einem Kleintraktor, einem Lkw sowie einem Kleintransporter, unterwegs. Die Fahrzeuge sind mit Schiebeschild beziehungsweise Streuguttechnik ausgestattet. Darüber hinaus bedienen zwei Mitarbeiter den Handstreuer, um Übergänge, Bürgersteige und Brücken abzustumpfen.

Der Winterdienst in den Ortschaften wird von insgesamt sechs Einsatzkräften mit drei Multicar und drei Kleintransportern mit entsprechender Technik abgesichert.

Die Stadt Oschersleben ist für die gemeindeeigenen Straßen zuständig, den Winterdienst der übergeordneten Straßen wie Bundes-, Landes- und Kreisstraßen ist Sache der Kreisstraßenmeisterei. „Nach Auswertung der Wettervorhersagen wird vom Fachbereichsleiter die Winterdienstbereitschaft aus- beziehungsweise wieder abgerufen. Die Einsatzpläne werden nach Prioritäten winterdienstlich abgearbeitet, so dass die „P1-Straßen“ (Straßen beispielsweise vor Schulen, Kindertagesstätten oder vor öffentlichen Gebäuden) bis sieben Uhr geräumt sind“, erklärt Steffen Czerwienski.

Zwei weitere "Salzstreuer" eingeplant

Im vergangenen Jahr war erstmals ein Streufahrzeug mit Feuchtsalzstreuer ausgerüstet worden, um effektiver und umweltfreundlicher zu arbeiten. Zwei weitere Feuchtsalzstreuer seien für 2020 eingeplant.

Mithilfe der Feuchtsalzstreuer sei es möglich, das Streusalz mit Wasser zu einer Sole zu mischen, um diese dann auf die Straße aufzubringen. Der Schmelzvorgang funktioniere besser. Außerdem soll die neue Technik Kosten einsparen und umweltfreundlicher sein, weil insgesamt weniger Salz verbraucht wird.

Doch der gerade der Einsatz des Streusalzes führe auch zu Diskussionen und rief den Ortschaftsrat von Klein Oschersleben auf den Plan. In einem Brief hat sich Ortsbürgermeister Jörg Gildemeister an Steffen Czerwienski gewandt. In diesem Brief heißt es, dass der Einsatz von Streusalz in der Ortslage Klein Oschersleben auf Beschluss des Ortschaftsrates bis 2010 verboten war.

„Damit konnte die Bevölkerung auch bei Schneefall gut umgehen. Natürlich kam es auch in der Zeit manchmal kurzfristig zum Einsatz von Streusalz, etwa bei Auftreten von Blitzeis, aber das waren nur kurzzeitige Ereignisse“, heißt es in dem von Jörg Gildemeister unterzeichneten Brief. Mit diesem möchte der Ortsbürgermeister energisch auf die Forderung des Ortschaftsrates verweisen, künftig in der Ortslage von Klein Oschersleben nicht mehr Streusalz zu verwenden, sondern die Straßen mit Sand abzustumpfen, auch wenn das im Frühjahr zu einem größeren Aufwand bei der Straßenreinigung führen würde.

In Klein Oschersleben sind Anfang der 1990er Jahre alle Straßen saniert bzw. mit Betonsteinpflaster versehen worden. Inzwischen müsse festgestellt werden, dass das Betonsteinpflaster heute nach 25 Jahren erhebliche Schäden aufweise. „Diese Schäden sind eindeutig auf das Verwenden von Streusalz im Winter zurückzuführen“, ist Jörg Gildemeister überzeugt. Er hat seinem Schreiben auch einige Beweisfotos hinzugefügt.

Steffen Czerwienski hat zum geschilderten Problem eine kurze wie prägnante Antwort: „Die Verkehrssicherungspflicht liegt bei der Stadt und damit bestimmt diese, was zum Abstumpfen der Straßen und Wege eingesetzt wird.“