Oschersleben l Derzeit macht das 4800 Quadratmeter große Areal an der Bode noch einen verwunschenen Eindruck. Die Reste der alten Stadtmühle bröckeln vor sich, Schutt liegt herum, das Unkraut gedeiht prächtig. Dieser Anblick soll sich allerdings ändern, und zwar bald.

Bauantrag im Juli gestellt

Auf seiner jüngsten Sitzung hat der Oschersleber Stadtrat einer notwendigen Änderung des Bebauungsplanes mit großer Mehrheit zugestimmt. Damit kann die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos loslegen. Wie Geschäftsführer Thomas Harborth erklärt, wurde der Bauantrag bereits im Juli gestellt. Die Suche nach einem Generalunternehmer laufe. Harborth hofft, dass dieser bis Ende des Jahres gefunden ist und dann auch die Baugenehmigung vorliegt.

Damit findet eine lange Planungsphase ihren Abschluss. Die Idee, das Gelände der ehemaligen Stadtmühle zu entwickeln, ist nicht neu. Sie wurde bereits durch den Kleinalsleber Horst Eckstein verfolgt. Er wollte einen Wohnpark mit Büroräumen, Café, Boutiquen und Ähnlichem errichten. Allerdings gab er den Plan irgendwann auf und verkaufte das Gelände 2017 an die Bewos. Sie führte den Gedanken fort. „Herr Eckstein wollte das Projekt in verantwortungsvolle Hände geben“, so Thomas Harborth.

Die Bewos möchte ein dreigeschossiges Gebäude errichten. Es soll Platz für 41 barrierefreie 1,5- und Zwei-Raum-Wohnungen bieten sowie für eine Tagespflege mit 25 Plätzen. Letztere wird laut Thomas Harborth das Deutsche Rote Kreuz als Mieter betreiben.

Naturschutz-Bedenken ausgeräumt

Eigentlich sollte der Baubeginn bereits im Sommer 2019 erfolgen. Doch es kam anders. Bei der sogenannten „Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange“, die bei einem solchen Projekt notwendig ist, wurden Bedenken in Sachen Natur- und Gewässerschutz vorgebracht. Sie konnten laut Thomas Harborth ausgeräumt werden. Allerdings ist Zeit verstrichen.

Trotzdem möchte sich der Geschäftsführer der Bewos bei den Verwaltungen der Stadt Oschersleben und des Landkreises Börde bedanken. „Sie haben alles dafür getan, dass es schnell funktioniert hat. In dieser Hinsicht machen wir regelmäßig gute Erfahrungen“, betont Thomas Harborth. Allerdings seien in die Veränderung des Bebauungsplanes insgesamt 15 Ämter eingebunden gewesen. Die meisten von ihnen hätten viele Bauprojekte zu betreuen.

Kosten von sechs Millionen Euro

Die Verzögerung hatte jedoch Einfluss auf die Kosten. Zunächst waren für das Bauvorhaben rund fünf Millionen Euro veranschlagt. „Jetzt sind wir bei sechs Millionen Euro“, erklärt Thomas Harborth. Daran habe die allgemeine Preissteigerung in der Baubranche ihren Anteil. Fördermittel kommen nicht zum Einsatz.

Die Arbeiten sollen nun spätestens im Frühjahr 2020 beginnen. Wenn die Witterung mitspielt, vielleicht sogar etwas früher. 2021 soll alles fertig sein und das DRK als Mieter einziehen können. „Auch für die Wohnungen gibt es schon erste Anmeldungen. Wohnen am Wasser hat seinen Reiz“, so Thomas Harborth.