Oschersleben l Millionenschwere Investitionen setzt aktuell die Wohnungsgenossenschaft (WG) „Neues Leben“ in Oschersleben um. Dabei wird nicht nur in neue Wohnungen investiert, getreu dem Motto „aus alt mach neu“ fließen Gelder auch in den Wohnungsbestand. So bekam die „Platte“ in der Hermann-Duncker-Straße 1-3 ein neues Gesicht. Der ehemalige Sechsgeschosser wurde „zwei Köpfe“ kürzer gemacht, denn die Wohnungen in den oberen Etagen waren kaum nachgefragt. „Die Mieter sind aus den oberen Etagen nach unten gezogen oder gar in neue Wohnungen. Der Wohnblock hat heute statt 72 nun 48 Wohnungen“, berichtet Steven Pieper, Technischer/Serviceleiter der WG „Neues Leben“.

Der Wohnblock, in dem es vornehmlich Ein- oder Zweiraumwohnungen zwischen 36 und 46 Quadratmeter groß gibt, hat nicht nur ein moderneres Aussehen, weil nach der Dämmung der Außenfassade auch ein neuer Farbanstrich folgte, zum Haus gehören auch neue, vor allem größere Balkone. Dem Wohnblock wurde ein neues Dach aufgesetzt, dieses ist gedämmt.

Investition in den Brandschutz

Zudem wurde dort eine neue Lüftungsanlage eingebaut. Auch einem besseren Brandschutz wurde mit einer Ertüchtigung der Kellerdecken, Brandschutztüren und Obertürschließvorrichtungen an den Wohnungseingangstüren genüge getan. Schlussendlich erstrahlen die Treppenhäuser im neuen Farbenglanz.

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Die Erneuerung der Briefkastenanlagen, Fahrradbügel vor den Haustüren, ein neuer Fußweg und die Erneuerung der Straßenbeleuchtung, dies geschah in Zusammenarbeit mit der Stadt Oschersleben, machen die Sanierung des Wohnhauses Hermann-Duncker-Straße 1-3 komplett. Und Mieter Otto Klorek, seit zwölf Jahren wohnt er hier, ist rundum zufrieden. Steven Pieper ergänzt, dass die WG 1,2 Millionen Euro in das Wohnhaus, in dem noch vier Wohnungen frei sind, gesteckt hat.

Mehr als vier Millionen Euro sind hingegen notwendig, um die Stadtvilla Nummer 2 am Damaschkeweg errichten zu können. Dort wurde jetzt Richtfest gefeiert, beinahe exakt sechs Monate nach der Grundsteinlegung, die war am 8. Mai dieses Jahres. An diesem Tag war zugleich die offizielle Schlüsselübergabe für Stadtvilla Nummer 1. Hier sind inzwischen alle 15 Mieter eingezogen.

23 Wohungen bereits vergeben

Stadtvilla Nummer 2 entsteht mit genau doppelt so vielen Wohnungen. Davon sind 23 bereits vergeben, für zwei weitere liegen die Vorverträge vor, wie WG-Vorstand Ronny Röper berichten konnte. Die Wohnungen mit gehobenem Niveau, alle mit einem Fahrstuhl zu erreichen, barrierearm gestaltet, seien sehr nachgefragt. Der mittlere Mietpreis liegt bei 8,20 Euro pro Quadratmeter (kalt).

„Wir befinden uns hier nicht im Feierraum, sondern in den Abstellräumen der künftigen Mieter“, begrüßte Ronny Röper genau diese. Die Frauen und Männer, viele waren mit ihren Angehörigen zum Richtfest gekommen, haben eben gerade wegen der altersgerechten Wohnungen sich für ein neues Domizil in den Stadtvillen entschieden. Dafür verkaufen einige Ehepaare auch ihre Wohnhäuser, teilweise in anderen Orten des Umlandes, um im Alter modern und bequem zu wohnen und um möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu können, wie sie sagten.

Alle Bau- und Planungsaufträge seien an Firmen der Region vergeben worden. Ronny Röper sprach von einem „sportlichen Bauzeitplan“ und bei der Einhaltung der Investitionssumme von 4,3 Millionen Euro von einer „besonders großen Aufgabe“ dieser Zeit.

Die WG-Vorstände Grit Röhrborn und Ronny Röper, Aufsichtsratsvorsitzender Joachim Kunkel, Architekt Olaf Herbst, der das Projekt gemeinsam mit Tochter Anne begleitet, und Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer begaben sich schließlich ins Dachgeschoss, um symbolisch den Nagel ins Gebälk zu schlagen und das Glas auf den Neubau zu erheben.