Oschersleben l Bewos-Geschäftsführer Thomas Harborth und der neue Aufsichtsratsvorsitzende Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos) berichten in einem Gespräch mit der Volksstimme über die Pläne der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft für das Jahr 2017. „Mit acht Prozent Leerstand in der Kernstadt und insgesamt zehn Prozent einschließlich der Ortsteile können wir ein gutes Vermietungsergebnis und damit einen geringen Leerstand vorweisen“, berichtet Thomas Harborth.

Nachfrage nach kleineren Wohnungen

Aktuell hat die Bewos 1624 Wohnungen im Bestand. Anfang 2016 kamen Wohnungen aus den Ortsteilen Ampfurth, Hadmersleben, Peseckendorf und Hornhausen dazu.

Derzeit bestehe eine hohe Nachfrage nach kleineren Wohnungen. Insgesamt 80 Wohnungen sind an Migranten vermietet.

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Weitere Balkonanbauten in diesem Jahr

Im vergangenen Jahr habe die Bewos mithilfe von Fördermitteln des Landes, dem sogenannten Wohnraumsanierungsprogramm, begonnen, vor allem die Wohnungen zu sanieren, auf die Menschen mit Wohnberechtigungsschein Anspruch haben. Für die insgesamt 30 Wohnungen erhielt die Wohnungsgesellschaft je 8000 Euro. „2017 wollen wir in dieser Hinsicht weiter machen und weitere zehn Wohnungen mit Fördermitteln sanieren“, so Thomas Harborth. Der ebenso berichtet, dass 2017 rund eine Millionen in den Wohnungsbestand investiert werden soll. Die vorhandenen Wohnungen auf den neuesten Stand zu bringen, bedeutet auch, dass weitere Wohnungen Balkone bekommen. Voraussichtlich werden es 2017 18 Stück sein. „Wohnungen mit Balkon lassen sich besser vermieten“, wissen Harborth und Kanngießer. Allerdings müsse bei diesen Anbauten das Einvernehmen mit allen Mietern erzielt werden. Was mitunter nicht einfach ist.

Auf der Agenda der Bewos für das Jahr 2017 steht zudem die Sanierung der Hermann-Duncker-Straße 13 bis 15 einschließlich Rückbau von zwei Etagen. Das Haus bekommt in den genannten Hausnummern eine neue Fassade und Balkone. „Das soll spätestens bis 2018 passiert sein. Allerdings muss noch eine Antenne, die sich noch auf dem Haus befindet, entfernt werden“, berichtet Thomas Harborth. Aktuell wird gerade die Fassade eines Wohnblocks in Ampfurt saniert.

Zuschüsse aus Pflegestärkungsgesetz

Über das Pflegestärkungsgesetz können Umbauten in Wohnungen, die aktuell von älteren Bürgern bewohnt werden und die den Pflegegrad 1 haben, barrierefreie Wohnungen geschaffen werden. Die Krankenkassen schießen bis zu 4000 Euro zu. Damit können Bäder umgebaut, Schwellen in den Wohnungen beseitigt werden. „Unser strategisches Ziel ist es, mehr barrierefreie Wohnungen zu schaffen und das nicht nur in der Kernstadt. Derzeit können wir sieben Prozent vorweisen, dieser Anteil soll auf zehn Prozent steigen“, berichtet der Bewos-Geschäftsführer. Zum Thema Neubau sagt er, dass mit der Fertigstellung der Burg, mit der Übergabe der Archivmagazine und der Wohnungen ab dem Spätsommer und Herbst zu rechnen sei. Um beim Thema Burg zu bleiben, kann Harborth berichten, dass inzwischen auf der Vorburg alle Grundstücke vergeben sind.

In der Lindenstraße 6 in Oschersleben werde ein altes, leer stehendes Haus abgerissen und ein neues errichtet. Entstehen werden acht Wohnungen, vier davon sind barrierefrei.

Die Bewos, die auch Besitzer des alten Bahnhofs ist, werde in diesem Jahr mit der Neugestaltung der inneren Fassade beginnen. Dazu gehöre auch die Errichtung des neuen Glasdaches in diesem Sommer.