Osterburg l Nicht nur seine Mieter nimmt Tietz bei der Frage nach der richtigen Entsorgung in die Pflicht. Sondern auch das durch den Landkreis beauftragte Unternehmen. Fast jede Woche kleben zum Ärgernis von Tietz an einigen Wertstoffcontainern die roten Aufkleber: „Wegen Fehlbefüllung nicht mitgenommen“.

„Die in den Containern enthaltenen Störstoffe sind erheblich zurückgegangen“, schätzt Erhard Tietz ein. Natürlich gab es Nachsortierungen, gibt er zu. Aber im Vergleich zu den ersten Tagen nach der Einführung der gelben Tonnen hätte sich die Situation und damit auch das Verhalten der Bürger, auf die genaue Entsorgung zu achten, deutlich verbessert. Das hätten Kontrollen gezeigt. Deshalb kann er sich mit der gegenwärtigen Lage nicht anfreunden. Regelmäßig bleiben Container in Seehausen ungeleert.

Den Vorwurf, das in den Behältern der Wohnungsgenossenschaft gezielt nach nicht ordnungsgemäß entsorgten Abfällen gesucht werde, möchte das Unternehmen Cont-Trans nicht gelten lassen. Bei einer Kontroll-Tour in der Vorwoche sei jeder der fünf ausgesuchten Container verschmutzt gewesen, sagt Norman Mattke, Projektleiter Leichtverpackungen. Sie waren also mit Dingen befüllt, die dort nicht hingehören: Hygiene-Artikel, Essensreste und sogar Schüsseln seien in ihnen enthalten gewesen. „Die Fahrer reklamieren nicht wegen einer Kleinigkeit“, weiß Mattke. Aber die Fahrer sind in der Pflicht, jeden Deckel zu öffnen. Hegen sie bei der Sicht-Kontrolle einen Verdacht, wird weiter nachgeschaut. „In der Regel sind sie dann nicht nur geringfügig verschmutzt.“ Die Folge: Die gelbe Tonne kommt nicht mit.

Die Wohnungsgenossenschaft kann nur an ihre Mieter appellieren, die Container sachgemäß zu befüllen, um Folgekosten zu vermeiden. Eine in Auftrag gegebene Nach-Entsorgung kostet Geld. Bleibt nur die Möglichkeit, bis zum nächsten Entsorgungstermin zu warten. „Man kann auch auf den erzieherischen Effekt der Hausgemeinschaft setzen“, meint Mattke. Nachbarn könnten auch auf ihre Mitbewohner beim Befüllen des 1,1 Kubikmeter-Containers ein Auge haben.

Natürlich führt das Tangerhütter Unternehmen auch Abfallberatungen durch. „Aber diese Dienstleistung kostet natürlich Geld“, betont der Projektleiter. Das sei in den Verträgen klar geregelt. Bürger könnten sich an die ALS Dienstleistungsgesellschaft des Landkreises wenden. Auf deren Internetseite (als-stendal.de) gibt es auch Hinweise, was in welche Tonne gehört.