Seehausen l Künftig müssen die fünf zur VG Seehausen gehörenden Mitgliedsgemeinden ihre Geldbörse öffnen, wenn sie vom Eichenprozessionsspinner befallene Bäume auf ihrem Territorium bekämpfen wollen. Das beschloss der Verbandsgemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung.

Ab dem kommenden Jahr läuft es demnach anders: Die Kosten übernimmt nicht mehr die Verbandsgemeinde. Waren im Vorjahr noch 40 000 Euro und für dieses Jahr 20 000 Euro im Haushaltsplan eingestellt, so sind im 2016er Etat zur Bekämpfung nur noch 1000 Euro im Etat verankert – für Bäume an Einrichtungen der Verbandsgemeinde. „Das wird sich auf Schulen, Kindertagesstätten und Feuerwehr-Gebäude beschränken“, sagt Ordnungsamtsleiter Björn Schünemann. Für die anderen Fälle stehen die Gemeinden in der Pflicht. Allerdings ändert sich am Ablauf nichts. Das Amt zeichnet weiterhin für die Organisation verantwortlich. Was bedeutet, dass eine gebündelte Ausschreibung für die gesamte Verbandsgemeinde erfolgt. Auch die Koordination übernimmt das Ordnungsamt.

Besonders die am gravierendsten betroffenen Kommunen in den Aland- und Zehrental-Gemeinden müssen nun einschätzen, welche Bäume bespritzt und damit behandelt werden. Vielen Kommunalpolitikern wie Verbandsgemeinde-Vorsitzenden Rüdiger Kloth brennt das Thema unter den Nägeln. Angesichts klammer Kassen und der stetigen Ausbreitung der Schäden fühlen sie sich vom Land im Stich gelassen. „Die Kommunen lässt man im Regen stehen“, ärgert sich Kloth. Zehrental-Bürgermeister Uwe Seifert sieht es ähnlich. „Von oben nimmt man keine Rücksicht.“ Damit meint er ebenfalls die Landesregierung. Die Verwaltung nahm Kontakt zum Landkreis und zum Land auf. Ohne Erfolg.

Nicht nur Menschen sind durch die giftigen Raupenhaare gefährdet. Betroffene Areale könnten längerfristig gesperrt werden. Der Tourismus, auf den auch die Verbandsgemeinde Seehausen setzt, könnte darunter leiden. Denn auch der sich durch die VG schlängelnde Elberadweg ist ebenfalls mit befallenen Eichen betroffen. Ob durch die Neuregelung und der damit verbundenen Kosten für die Mitgliedsgemeinden eine efffektivere Bekämpfung erfolgen wird, scheint aufgrund der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel fraglich.

Die vorbeugenden Maßnahmen, sofern sie denn über die Bühne gehen, finden meist Ende April bis Mitte Mai statt und zielen auf die ersten drei Entwicklungsstadien der Eichenprozessionsspinner im Frühjahr ab, in der die Larven noch keine flugfähigen Gifthaare entwickelt haben.