Seehausen l Etwa ein Dutzend junger Leute, die die höheren Klassen der Gemeinschaftsschule Seehausen besuchen, nahmen am Donnerstagabend in den Gästereihen des Rathaussaales Platz, um die Einwohnerfragestunde in der letzten Stadtratssitzung des zu Ende gehenden Jahres für Anliegen in eigener Sache zu nutzen. Was die Schüler um Sozialarbeiterin Mandy Gauditz vorbrachten, hatte Hand und Fuß. Die meisten Wünsche lassen sich erfüllen oder zumindest verfolgen, ohne die Kommune weiter in die Konsolidierung zu treiben.

So monierten die Jungen Leute, dass die 30-km/h-Zone ausgerechnet nach der Kurve kurz vor ihrer Schule endet und dass der Verkehr dort, wo es sozusagen am brenzligsten wird, wieder Fahrt aufnehmen darf. In dem Zusammenhang regten sie auch ein Halteverbot direkt am Eingang der Bildungseinrichtung an, um das tägliche Chaos während der Stoßzeiten zu Unterrichtsbeginn und -ende zu vermeiden, das der Sicherheit der Schüler auch nicht sonderlich zuträglich wäre. Mit dem gleichen Hintergrund regen sie auch einen Fußgängerüberweg an, damit sich besonders die motorisierten Verkehrsteilnehmer nach den Schüler richten müssen.

Außerdem sind den Jugendlichen die Hundehaufen im Umfeld der Schule, die Frauchen und Herrchen ihre Vierbeiner mitten auf den Gehweg machen lassen, ohne sich um die Hinterlassenschaften zu kümmern, ein Dorn im Auge. Besonders im Dunkeln gehe die Wahrscheinlichkeit eine der „Tretminen“ zu erwischen gen 90 Prozent, hieß es.

Was das Halteverbot und die Geschwindigkeitsbegrenzung angeht, so Bürgermeister Detlef Neumann, könne man eine verkehrsbehördliche Anordnung (ohne die geht es nicht) beim Landkreis anstrengen. Der Zebrastreifen sei mit der Straßenerneuerung im Zuge des Umfluterbrückenbaus ohnehin geplant. Aber erst 2017.

Die Hundehaufen ärgern den Bürgermeister – selbst vorbildlicher Leinenhalter eines Teckels – ebenso wie die Ratsmitglieder. Aber abseits der Abpelle an die Vernunft der Hundehalter bleibt offenbar nur, die Täter sozusagen auf frischer Tat zu erwischen. Die sogenannten Hundetoiletten hätten sich jedenfalls nicht sonderlich bewährt.

Das Leseverhalten ihrer Altersgenossen, der Seehäuser und der Gäste der Stadt würden die Jugendlichen gern mit einer ausgedienten Telefonzelle auf die Sprünge helfen. Die Bücherzellen gebe es inzwischen in vielen Städten. Neben einem ausgedienten Blech-Häuschen braucht es nur ein paar Regale und rund 200 Bücher als Startkapital, die Interessenten kostenlos ausleihen oder auch austauschen können. Den Stellplatz würden sie in Sichtweite der Schule an der Arendseer Straße auswählen.

Dem Hinweis auf die Stadtbilbliothek am Umfluter begegneten sie damit, dass die Bücherzelle eher als Ergänzung vielleicht sogar als Werbung für die kommunale Medienausleihe zu sehen sei. In jedem Fall wollen sie der Anregung Neumanns folgen und das Gespräch mit Bibliotheksleiterin Ingrid Jabke suchen.