Behrendorf l Benjamin Melms beschreibt es als ein ungeschriebenes Gesetz. „In Behrendorf ist jeder in der Feuerwehr“, sagt der stellvertretende Ortswehrleiter. Und wer es jetzt noch nicht ist, werde es bestimmt bald sein. Seit Jahren rüstet die Wehr personell eher auf, als ab. 45 aktive Kameraden zählt sie derzeit, dazu kommen drei Kameraden aus der Alters- und Ehrenabteilung und aktuell 14 jugendliche Feuerwehrmitglieder. Da verwundert es nicht, dass die Mannschaft nun auch noch einen Förderverein im Rücken hat. Er gründete sich im März dieses Jahres, Benjamin Melms ist der Vorsitzende, seine Stellvertreterin heißt Ines Gitzel, Kesryn Schildt ist Schriftführerin und Lothar Haß der Kassenwart.

Die erste Amtshandlung des Vereins in der Öffentlichkeit war jüngst die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Werben bei Ordnertätigkeiten auf dem Biedermeier-Christmarkt. Ohnehin arbeiten die Wehren recht eng zusammen, auch im Jugendbereich. Als nächstes könnte für den Förderverein, dessen Mitgliederzahl sich seit seiner Gründung bereits von sieben auf 14 verdoppelt hat, die Vorbereitung eines Feuerwehrjubiläums anstehen. Ob die Wehr allerdings wirklich schon 125 Jahre alt ist, wie angenommen, müsse noch genau belegt werden. „Da recherchieren wir gerade“, sagt Benjamin Melms. Wenn nicht jetzt, würde aber sicher später gefeiert.

Unter dem Ortswehrleiter Johannes Schäfer will sich die Wehr auch im kommenden Jahr im Feuerwehrsport messen. Dieser würde unter den Kameraden groß geschrieben, im Gegensatz zu vielen Mannschaften aus der Umgebung sei der Altersdurchschnitt in Behrendorf sehr gering. Entsprechend hoch ist auch die sportliche Motivation. Im Jahr 2016 wollen sich die Kameraden bei der Kreismeisterschaft, beim Verbandsgemeindeausscheid, beim Otto-Lilienthal-Pokal in Rhinow, beim Holunderblütenfest in Polkau, dort auf der 100-Meter-Hindernis-Strecke, und vielleicht sogar noch beim Sachsen-Anhalt-Pokal messen. Das sei aber noch nicht raus, sicher indes das traditionelle Jahresabschlusstraining in Behrendorf – als Heimspiel sozusagen.

Bestimmt, so ist Benjamin Melms fast zuversichtlich, werde auch die reine Frauenmannschaft in Bälde wieder aktiver werden, auch die gibt es nämlich in Behrendorf. Bis auf die Schriftführerin sind bisher alle Mitglieder des neuen Fördervereins auch Mitglied der Feuerwehr. Der Verein freue sich aber auch über Auswärtige, sie würden ja ohnehin irgendwann zum Feuerwehrmitglied, wegen des ungeschriebenen Gesetzes.