Kannenberg l „Hansi wird flügge“, sagt Marietta Neuber. Er kommt nur noch zum Fressen, „sucht sich aber auch schon wieder selbst was“, schickt Helmut Neuber hinterher. Das Kannenberger Ehepaar ist froh, dass es ihrem Schützling gut geht. Sie haben Storch Hansi durch die kalte Zeit geholfen, ihn im Vorgarten mit Fisch und Fleisch gefüttert, zuletzt verbrachte der Vogel den ganzen Tag in nächster Nähe der Neubers. Jetzt, bei milderen Temperaturen, zieht es ihn wieder mehr und mehr in die (nahe) Ferne. Gestern früh spazierte Hansi nach seinem Frühstück die Dorfstraße entlang. Es scheint ihm an nichts zu fehlen, „den kriegen wir durch“, beschwor Helmut Neuber noch einmal.

Und so lange wird der Vogel auch nicht mehr alleine sein. „Die ersten Werbener Störche kommen ja schon in zwei, drei Wochen zurück“, sagt Thoralf Schaffer, ehrenamtlicher Weißstorchbetreuer für den Altkreis Osterburg. Er geht davon aus, dass Hansi wieder ein „ganz normaler Vogel“ wird und in der Anonymität verschwindet. „Er ist ja nicht per Hand aufgezogen worden, dann wäre das etwas anderes“, so Schaffer. Wenn Hansi ein Jungvogel vom vergangenen Jahr ist, was niemand genau weiß, werde er „herumtingeln“. Jedenfalls in diesem oder nächsten Jahr noch nicht brüten. „Seine Altersgenossen sind ja gar nicht hier“, so Schaffer. Die Ein- bis Zweijährigen Störche bleiben nach ihrer Reise in den Süden vorerst in Kleinasien oder der Türkei. Und den Altvögeln bleibt hier mehr Fressen für die Aufzucht ihrer Jungen.

Das Alter lasse sich bei Vögeln grundsätzlich schwer bestimmen. „Man erkennt den Unterschied zwischen Jung und Alt erst bei extrem alten Tieren“, sagt Schaffer. Was die Störche betrifft, sehen sie alle gleich aus, sobald die anfangs schwarzen Schnäbel sich rot gefärbt haben. Hansis Schnabel und Beine sind knallrot. Egal wie alt, für den Laien sieht Kannenbergs Winterstorch auf jeden Fall kerngesund aus.

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