Groß Garz l Der Flussbereich Osterburg des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) lud kürzlich in die Gaststätte Schulz in Groß Garz ein.

Der Besucherkreis setzte sich fast nur aus Personen zusammen, die entweder direkt oder indirekt etwas mit dem Hochwasserschutz zu tun haben. Realisierte und zukünftige Maßnahmen in den Einzugsgebieten von Elbe, Seege und Aland wurden vorgestellt. Deshalb wurde der Zeitpunkt mit einem Vormittags-Termin nicht optimal gewählt.

Außerdem standen Gewässer- und Deichunterhaltungen sowie Deichinstandsetzungen bis hin zu einzelnen Baumaßnahmen, beispielsweise die Überleitung von Alandwasser in die Seege auf dem Programm. In seinem interessanten Vortrag stellte der Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf die Aufgaben des LHW in den verschiedenen Geschäftsbereichen, wie beispielsweise Hochwasserschutz und Wasserbau mit seinen entsprechenden Unterfunktionen vor. So liegen unter anderem in der Verantwortung des LHW 2300 Kilometer Gewässer erster Ordnung, 1312 Kilometer Deiche an Gewässern erster Ordnung, 41 Schöpfwerke, 354 Deichsiele, 674 Wehre und Stauanlagen sowie 136 Fischaufstiegstreppen.

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Über die Gewässerunterhaltungsaufgaben 2015 an Aland, Biese und Seege referierte die Bereichsingenieurin des LHW, Ute Hahn. Gewässerunterhaltung und Bedeutung der Deichschauen sowie der verstärkte Einsatz von Schafen bei der Deichpflege wurden erörtert. Dabei kam auch die gute Zusammenarbeit mit den Unterhaltungsvereinen bei übergreifenden Problemen zur Sprache. Vorbemerkungen zum Regeldeichausbau (DIN gerechte Deiche), den Lückenschluss bei Altenzaun (Wischedeich) bis zur Landesgrenze standen im Fokus durch den Flussbereichsleiter.

Nicht nachvollziehbar für Horst Sandmann und viele der Anwesenden ist die Festlegung, dass Deichbauarbeiten aus Gründen des Naturschutzes nur zwischen 7 und 18 Uhr durchgeführt werden dürfen. Den Abschluss der Vorträge bildete das entstehende Überleitungsbauwerk bei Stresow, welches bei Hochwasser einen Teil des Wassers von dem Aland in die Seege abführt. Ende 2017 soll das auf rund 4,8 Millionen Euro veranschlagte Projekt in Betrieb gehen. Wobei die Verantwortlichen schon jetzt auf mögliche Winterpausen und auf Verzögerungen durch das Grundwasser bei einem entsprechend hohen Flusspegel verweisen.

Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf betonte bei der Veranstaltung, dass die Auflagen zum Naturschutz bei den Bauarbeiten erfüllt werden.