Seehausen l Einen Themenkomplex widmete Volksstimme Regional-Redakteur in der Moderation des Wahlforums am Dienstag im Foyer der Wischelandhalle der Autobahn durch die Altmark. Wobei es nicht um das Ob, sondern um das Wie ging. Wie kann die Region von der Fernstraße profitieren. Wie sind Folgen für Anlieger und Umwelt zu minimieren. Dass die A 14 kommt, davon sind offenbar alle Kandidaten für die Verbandsgemeindebürgermeisterwahl überzeugt, wenn auch mit unterschiedlicher Begeisterung.

Antje Spillner sieht Seehausen mit zwei Abfahrten, der B 190 sowie der Nachbarschaft zu Wittenberger Hafen und Bahnhof günstig gelegen. Jetzt gelte es für Seehausen, schnell ein Industriegebiet aufzustellen, „damit wir agieren können, wenn die Autobahn kommt“. Sie sieht nicht nur eine Chance für Neuansiedlungen, sondern auch für die Entwicklung bestehender Betriebe, für den Wohnstandort Seehausen und für den Tourismus. Beim Schutz betroffener Anwohner verweist sie auf die kommunale Stellungnahme, erinnert aber auch daran, dass die Landwirte beim Flächenverbrauch in ihrer Existenz nicht bedroht werden dürfen.

Das meiste, besonders letzteres konnte natürlich Biolandwirt Fritz Siedentopf unterschreiben, der zusätzlich forderte, statt zu warten, selbst auf potenzielle Interessenten zuzugehen. „Wenn die Autobahn da ist, ist es zu spät.“ Zwischen den Ballungsgebieten Hamburg, Hannover und Berlin sieht er gute Chancen für Seehausen. Die A 14 werde nicht der Heilsbringer, aber ein wichtiges Mosaiksteinchen sein, „das uns vorwärts bringen kann“.

Franka Hirsch würde die Autobahn schon bei ihrem täglichen Weg zur Arbeit in Stendal einen Vorteil bringen, den auch viele andere schätzen dürften. Das Industriegebiet findet ihre Unterstützung. Sie plädiert sogar dafür, sich die Türen für eine Erweiterung offen zu lassen, wenn Firmen expandieren wollen. Sie betonte dazu, dass die Datenautobahn genauso wichtig für den Standort sei, wie die A 14. „Ohne Internet läuft heute gar nichts mehr“. Betroffene Anlieger will sie mit ihren Problemen nicht alleine lassen.

David Elsholz machte kein Hehl daraus, dass ihm eine vierspurige B 189 lieber gewesen wäre, räumte aber ein, sich selbst als Kreisvorsitzender der Grünen mit dem Autobahnbau arrangieren zu müssen. Er empfahl, neben der A 14 die restliche Infrastruktur nicht zu vernachlässigen. Der Schutz der Anlieger genießt bei ihm eine besondere Priorität.

Als klarer Befürworter der Autobahn hofft Rüdiger Kloth, dass die Trasse bald kommt. Nur mit A 14 ließen sich das Gewerbegebiet füllen und Arbeitsplätze generieren. Nicht zu Tausenden, dazu sei man zu spät dran. Aber in der dünn besiedelten Region seien schon einige hundert Stellen Gold wert. Er ist dafür, jetzt bereits Werbung zu machen. Zum Beispiel mit Aufstellern an der B 189. Und empfiehlt einen direkten Ansprechpartner im Rathaus. „Wirtschaftsförderung ist Chef-Sache“, machte er seinen Kurs klar.

Georg H. Holländer ist nicht gegen die Autobahn, warnte aber vor den Folgen für die Dörfer unter anderem an den Zubringerstraße durch Lkw-Durchgangsverkehr. Die Region werde Opfer bringen, für die Schutz- und Ersatzmaßnahmen her müssten – und zwar zu 100 Prozent von Bund und Land finanziert. Straßen, die es nötig haben, gebe es genug.

Detlef Neumann sehnt sich die Autobahn ebenfalls herbei und verweist auf den Grundsatzbeschluss für ein Industriegebiet unter Regie der Verbandsgemeinde, das die Option auf Erweiterung haben müsse. Er warnte indes davor, sich bei der Flächenvergabe übervorteilen zu lassen und jetzt in Panik zu verfallen.