Seehausen l Interessant nach dem ersten Durchgang ist, wie die Kandidaten in den 25 Wahlkreisen (inklusive) Briefwahl abschnitten. Wie groß war der Heimvorteil, wo erreichten die beiden Damen und fünf Herren ihre besten oder ihre schlechtesten Ergebnisse?

Erwartungsgemäß holte sich Kloth die meisten Stimmen in seinem direkten Umfeld in Aulosen, Pollitz und Wanzer, wo er jeweils über 70 Prozent erreichte und was ihm sogar in Kossebau gelang. Auch im Zehrental verfehlte er diese Marke nur knapp. Das schlechteste Ergebnis landete er in Beuster mit 8,5 Prozent, wo seiner härteste Konkurrentin Antje Spillner der Heimbonus zu 63,8 Prozent verhalf. Außerhalb ihres Heimatwahlkreises punktete sie vor allem bei Wählern in der Wische und schnitt auch direkt in Seehausen mit etwas über 20 Prozent nicht schlecht ab.

In seinem Hoheitsgebiet musste sich dagegen Bürgermeister Detlef Neumann mit dem zweitbesten Ergebnis begnügen, der sich trotzdem nicht enttäuscht zeigte und in seinem kommunalpolitischen Engagement als Oberhaupt der Hansestadt und als Mitglied im Verbandsgemeinderat nicht nachlassen möchte.

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Etwas enttäuscht über sein Abschneiden zeigte sich dagegen David Elsholz, der mit Fritz Siedentopf, Georg H. Holländer und Franka Hirsch am Ende eher eine Außenseiterrolle spielte. Letzterer blieb in dem Quartett indes eine Null-Nummer (siehe Übersicht) erspart. Sie punktete insbesondere in Beuster, Einwinkel und Losenrade, wo sie wohnt, aufgewachsen oder mit der Feuerwehr besonders eng verbunden ist.

Rüdiger Kloth war über sein gutes Abschneiden „schwer beeindruckt“. „Das hätte ich bei den starken Gegenkandidaten nicht erwartet“, lässt der Aulosener wissen, der dem Ergebnis entnimmt, dass die Wähler offenbar auf Beständigkeit setzen. Viel Spielraum für Wahlkampf sieht er kaum noch. Alle Argumente seien eigentlich bekannt und ausgetauscht. Was Antje Spillner ähnlich sieht, der es ebenfalls darauf ankommt, die Wähler für einen zweiten Durchgang zu motivieren. An über 60 Prozent Wahlbeteiligung glaubt sie aber nicht noch einmal. Beim ersten Urnengang habe auch die Landtagswahl gelockt.

Ansonsten setzt die Beusteranerin auf einen Neustart. Vor dreieinhalb Jahren spiegelt die Stichwahl auch nicht das Ergebnis des ersten Durchgangs wider, erinnert sich, betont aber auch, dass damals der Vorsprung nach dem ersten Urnengang zwischen dem ersten und zweiten längst nicht so groß wie dieses Mal war.