Osterburg l Eng wird es inzwischen im Saal der Osterburger Verwaltung, wenn Bürgermeister Nico Schulz zum Neujahrsempfang einlädt. Dicht gedrängt standen die Gäste am Dienstagabend, um zu hören, was geschafft wurde oder auch was Wichtiges für 2020 geplant ist. Auf die große Politik wollte Schulz nicht eingehen, gebe es doch vor Ort genug Berichtenswertes. Kurz sprach er dennoch die Absurdität der Debatte um die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 km/h, die Bonpflicht für Bäcker oder den Mindestabstand von Windkraftanlagen an. Mit Tempo 130 könne man die Welt nicht retten, „wie es einige Parteien uns jetzt weismachen wollen, und ein Mindestabstand zum Windrad wird die Konflikte nicht lösen.“

Der Slogan „In the middle of nüscht“, fuhr Schulz fort, bedeute ganz und gar nicht, dass sich „nüscht“ entwickelt. „30 Jahre nach der Wende müssen wir uns nicht klein machen, dürfen uns aber auch nicht klein machen lassen. Wir haben gute Ideen, es gibt inzwischen Besuche, auch aus dem Ausland, die sich in Osterburg Erfahrungen abholen“, so Schulz. Er nannte die Beispiele Bürgerbus und Medizinstipendien, für die Osterburg sogar einen Bundespreis gewann, und nicht zuletzt Gladigau, das sich den Titel schönstes Dorf holen konnte. Altersgerechte Wohnungen und Betreuung würden angeboten, mit den Pfeifferschen Stiftungen sei die Stadt dabei, ein Quartiersmanagement aufzubauen.

Größtes Vorhaben 2019 war die Sanierung der Schule in Flessau, die mit 2,6 Millionen  Euro geplant war. Dort fehlen noch die Außenanlagen, es gab Mehrkosten von 348.000 Euro, die aber nunmehr eingeplant seien. Die Sanierung der Neuen Straße Flessau wurde ebenso umgesetzt wie die Umrüstung auf LED-Leuchten. Der neue Marktplatz in Osterburg wurde fertig und in diesem Jahr wird die Sanierung des Parkplatzes Lindenstraße umgesetzt. Der avisierte Norma-Markt wurde angesprochen und dass es gelungen ist, einen Hamburger Investor zu finden, der im Zuge der A 14 einen Autohof errichten will.

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Priorität

Für dieses Jahr hat die Schulküche in Flessau oberste Priorität, Pläne für den Rathausanbau sollen fertig werden und für die in den Ruhestand gegangene Frauenärztin hat man eine Übergangslösung gefunden. Mehrere für 2020 geplante Veranstaltungen wurden angesprochen. Schulz dankte allen Sponsoren, ohne die es nicht möglich sei, das alles abzuarbeiten. Dank auch den Kameraden der freiwilligen Feuerwehren für ihre ständige Einsatzbereitschaft.

Ständig einsatzbereit sei auch der Osterburger Arzt Dr. Volkmar Schröter. Anerkannt und beliebt sei er, Schulz sieht in ihm einen wichtigen Ratgeber bei der Absicherung der medizinischen Versorgung. Auch als Leiter der Herzgruppe sorge er dafür, dass Menschen gesund werden und bleiben. Sein Engagement wurde am Dienstag mit der Eintragung in das Goldene Buch der Hansestadt gewürdigt.

„Der große schwarze Mann bringt Glück ins Haus“, sagte dann Bezirksschornsteinfeger Robert Fenzl, der den abwesenden Christian Dähre vertrat. Die Grußworte der Kirche überbrachte der katholische Pfarrer Richard Perner, der die Stadt in Kürze verlässt. Für die musikalische Umrahmung hatte Julian Gorus, Leiter der Kreismusikschule, gesorgt. Mit Sekt und Gesprächen fand der Neujahrsempfang seinen Abschluss.