Seehausen l „An der Backe haben wir die Sachen ohnehin“, sagte Walter Fiedler in der jüngsten Sitzung des Seehäuser Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Kultur. „In der Satzung des Heimatvereins war verankert, dass die Objekte bei Auflösung des Vereins an die Stadt zurückgehen“, so der Ausschussvorsitzende. Und genau das sei ja nun mit dem Vereinsende geschehen. Das gesamte Inventar der Heimatstube ist nun genauso in den Händen der Stadt wie die Schusterwerkstatt, der Speicher und die vielen, draußen stehenden landwirtschaftlichen Geräte im Museumshof. Hier drei Schreibmaschinen, dort Kisten voller – eher wenig bedeutender – archäologische Funde, dazu „100 Kaffeekannen“. Was eben seit der Wende so gesammelt wurde. „Wir müssen nun alles durchschauen, überlegen, was wirklich heimatgeschichtlich von Bedeutung ist“, so Fiedler. Kurzum, man müsse nicht 50  Service aufheben.

Landwirtschaftliche Geräte brauchen Profis

Die Archivarin von Stadt und Verbandsgemeinde, Cornelia Krainz-Eilrich, habe in der Heimatstube bereits mit dem Sondieren begonnen. Gerade was Zeitzeugen aus Papier betrifft, gehe es schier auch darum, sie vor dem Verfall zu bewahren. „Ist doch klar, wenn eineinhalb Jahre nicht richtig gelüftet wurde, kann das nicht gut sein.“ Auch für die draußen im Museumshof stehenden landwirtschaftlichen Geräte bräuchte es dringend eine Lösung, „die müssten alle behandelt werden, von Menschen, die sich damit auskennen“.

Fiedler regte an, die nach der Sondierung übrig gebliebenen Objekte zentral unterzubringen – im Dr. Albert-Steinert-Haus, das sich am Ensemble aus Beustertor und Salzkirche befindet. Zwei Häuser weiter gen Salzkirche lässt die Stadt gerade Toi­letten installieren, „da wäre dieses Problem schon mal gelöst“. Das leer stehende frühere Wohnhaus von Albert Steinert sei Fiedlers Wissen nach vom letzten Besitzer zumindest grob renoviert worden. „Es ist wohl nicht so, dass einem darin die Decke auf den Kopf fällt.“

Bilder

Seehausen hätte das Zeug für ein kleines Heimatmuseum, für das es freilich ein thematisches Konzept bräuchte – mit dem Wirken von Dr. Albert Steinert wäre der erste Raum ja schon mal gut gefüllt. Alles erstmal „nur“ Ideen. Fakt aber ist, dass sich wünschenswerte regelmäßige Öffnungszeiten und wenn nur am Wochenende oder zwei Stunden am Tag mit einem zentralen Ort besser bewerkstelligen ließen. Dass eine GBS-Wohnung aus der Salzstraße zum Archiv werden soll, spiele laut Fiedler jedenfalls positiv in dieses Ansinnen hinein.

Oder man holt den Trödeltrupp

Als Fiedler das Thema in die Ausschusssitzung brachte, wurde gar die Idee von einer öffentlichen Verkaufsveranstaltung oder vom Einladen des Trödeltrupps laut – immerhin werde sich die Stadt von einigen Dingen trennen müssen. Manche Objekte sind auch Leihgaben, für die sich hoffentlich alle Unterlagen finden lassen.

Im Ausschuss kam Fiedlers Idee jedenfalls erstmal gut an. Dass etwas getan werden muss, ist auch unbestritten. Über das Was und Wie wird sich noch verständigt.