Standort vor St. Johannis wird abgelehnt

Albrecht-Denkmal: Klares Nein der Kirchengemeinde

Von Ingo Gutsche

Das Kirchspiel Werben sagt Nein. Es lehnt ein Albrecht-Denkmal, das in der Elbestadt für Diskussionsstoff sorgt, auf dem Kirchvorplatz ab.

Werben l Die Kirchengemeinde macht unmissverständlich deutlich, dass sie keineswegs die Errichtung einer Statue vom einstigen Markgrafen Brandenburgs, Albrecht den Bären, auf ihrem Grundstück zulassen wird. "Das ist kein Thema für uns", sagt Pfarrer Jan Foit, der vom Gemeindekirchenrats-Vorsitzenden Rolf Günther und Jochen Hufschmidt, Mitglied des Gemeindekirchenrates, vollste Unterstützung erhält. "Es gibt ein klares Votum", sagen sie. Die Verantwortlichen des Werbener Kirchspiels sind sich einig und können sich mit den aktuellen Gedankenspielen einer Arbeitsgruppe nicht identifizieren.

Die CDU-Stadtratsfraktion um Michael Schnelle konnte mit ihrer Idee, ein Denkmal von Albrecht dem Bären in Werben zu installieren, einige Personen gewinnen, die sich zu einer Arbeitsgruppe formierten und die bereits erste Spenden für die Anschaffung einer Figur des Askanierfürsten, die elf Jahre zu Werben gehörte, entgegen nahm. Von 1906 bis 1917 präsentierte sich der Markgraf auf dem Vorplatz der St. Johanniskirche. Das einstige Geschenk von Kaiser Wilhelm, der damit den Einsatz Albrechts für die Stadt Werben (er verlieh ihr unter anderem das Stadtrecht) würdigte, verschwand in den Wirren des Ersten Weltkrieges. Das Denkmal, von dem der Sockel geblieben ist, dient jetzt als Mahnmal für die Gefallenen beider Weltkriege. Und die Kirche möchte dies keinesfalls ändern. "Wir haben vor, das Mahnmal aufzuarbeiten und es gegebenenfalls mit einer Tafel zu ergänzen", richtet Foit seinen Blick voraus. Dass sich der erste im 12. Jahrhundert lebende Markgraf Brandenburgs auf dem Areal vor St. Johannis wieder findet, ist für die Kirchengemeinde undenkbar. Und vor allem: "Nicht verhandelbar!"

Militärische Pose unangebracht

Die Arbeitsgruppe favorisiert die historische Form des Monumenten; der Askanierfürst mit ausgestreckter Hand. "Eine militärische Pose, die als Verherrlichung missverstanden werden kann", kritisiert Foit. Ein Denkmal, dass nach Meinung der Kirchengemeinde nicht in die heutige Zeit passt. "Er stand für eine Form der Christianisierung, die heute nicht mehr tragbar ist. Albrecht der Bär vergrößerte sein Territorium mit Gewalt", fügt Hufschmidt hinzu. Die Statue widerspräche allen christlichen und moralischen Werten.

"Prinzipiell haben wir nichts gegen ein Denkmal." Aber an einem anderen Ort. Und "auf eine andere Weise" im Vergleich zur historischen Ansicht.