Werben l Mehr als einmal hat der Ministerpräsident am Mittwoch im „Deutschen Haus“ betont, dass er hinter Albrecht dem Bären steht. Hinter der Figur allein schon aus persönlichen Gründen. „Ich bin heute hier, weil es Albrecht den Bären gegeben hat, sonst hätten meine Vorfahren nicht gesiedelt.“ Und später: „Wenn es Albrecht den Bären nicht gegeben hätte, sähe der größte Teil von Sachsen-Anhalt heute anders aus.“ Freilich müsse man eine historische Figur immer im Kontext ihrer Zeit betrachten. Auch Napoleon sei mit Kriegen verknüpft, aber da gibt es eben auch seinen „Code de civil“, das bedeutende Gesetzeswerk der Neuzeit.

Wobei sich Haseloff auch auf das Schreiben von Eduard Prinz von Anhalt (Herzog zu Sachsen, Nachfahre von Albrecht) berief, wonach Albrecht der Bär Brandenburg friedlich und ohne Blutvergießen erobern wollte, seine Diplo­matie Albrechts Widersacher Heinrich den Löwen gar aufstieß. Dies auch vor dem gestern unausgesprochenen Hintergrund, dass der Arbeitskreis Werbener Altstadt (AWA) sich gegen das Denkmal in geplanter Form aussprach. Auch gegenüber Haseloff, der sich hinter den Stadtrat und seinen Beschluss für das Denkmal stellte. „Demokratie muss man akzeptieren, es war ein eindeutiges Votum, mein Respekt. Ich übernehme die Schirmherrschaft gerne.“

Mutmachende Worte

Haseloff, der den Landtagsabgeordneten Chris Schulenburg (CDU) auf seiner Wahlkreisreise begleitete, gab dem Altmärkischen Heimatbund und dem Arbeitskreis Albrecht der Bär also „mutmachende Worte“ mit auf den Weg, wie Norbert Lazay sich ausdrückte.

Der Heimatbund-Vorsitzende moderierte die Veranstaltung, in der auch Arneburg-Goldbecks Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann zu Wort kam. Sie berichtete von der Werbener Stadtsanierung, verbunden auch mit der bangen Frage, wie es mit ihr weiter geht. „Bis 2020 sind die Mittel sicher, aber danach ist die Sanierung ja nicht abgeschlossen.“

Haseloff ließ sich den Vortrag gleich aushändigen und verfolgte hiernach den Beitrag von Christoph Schorlemmer von der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises, der über die Werbener Johanniterkomturei referierte und auch sagte, „dass sie die Keimzelle des evangelischen Johanniterordens ist“. Das hätte wohl auch Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau interessiert. Er war ohne Einladung gekommen und ging auf Geheiß von Michael Schnelle wieder, was einige geladene Gäste vorm Einlass irritierte.

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