Einwinkel l Anbacken hieß es am Sonnabend in Einwinkel; der im September 2017 eingeweihte Backofen war also 2018 zum ersten Mal angeheizt worden. Auch in diesem kleinen romantischen 120-Einwohner-Dorf auf der Altmärkischen Höhe ist man auf den Geschmack frisch gebackener Brote und leckerer Blechkuchen gekommen. Das ist vor allem dem Förderverein der örtlichen freiwilligen Feuerwehr zu danken, der sich bei Planung und Bau vor den Karren gespannt hatte.

„Alles geschah in Eigenleistung“, sagte Vereinsvorsitzender und Wehrleiter René Wedekind der Volksstimme, die bei diesem Anback-Dorffest vorbeischaute. „Mit gemütlichem Beisammensein der Einwinkler und auswärtigen Gästen feiern wir im Frühling das Anbacken und im Herbst das Abbacken“, erläuterte er. „Wir hoffen, dass sich daraus eine Tradition entwickelt, denn gemütliches Beisammensein bei Blasmusik und am Abend mit Tanz, dann mit der Gruppe ,Dreyfuß‘ aus Pritzwalk, sorgen für Geselligkeit und den Zusammenhalt im Dorf.“ Bis zum Abbacken werde man in kleinem Rahmen Backtage einführen.

60 Brote mit richtigem Sauerteig waren für Sonnabend gebacken worden. Bereits am Donnerstagabend hatte Enrico Fredrich mit dem Anheizen begonnen, am Freitag wurde „nachgelegt“, und am Sonnabend früh wurde zum dritten Mal für ordentlich Hitze gesorgt. „Natürlich mit Holz, zum Beispiel Birkenscheite“, verriet Fredrich, der dann um 7.30 Uhr die ersten Brote geschoben hatte. 13 Blechkuchen, von Frauen aus dem Dorf backfertig zubereitet, folgten den Broten nach. Als am Nachmittag die Gäste zum Kaffee kamen, hatten sie die Wahl zwischen Butter-, Kirsch-, Erdbeermarmeladen-, Apfelkuchen, Bienenstich und anderen lecken Kuchensorten. Danach kam Krustenbraten in den Ofen, dem folgten Pizzen, belegt als Hawaii und mit Salami. Man konnte also bis zum Abend schlemmen.

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Das taten zum Beispiel auch Helga Harzer und ihr Lebensgefährte Kurt Heyde aus Osterburg. „Wir waren schon im vergangenen Jahr bei der Einweihung dabei, und nun hat uns wieder der leckere Kuchen gelockt“, sagte sie. „Auch die Blasmusik ist schön und passt dazu.“ Ingrid Dupke aus Storbeck hatte vom Anbacken in der Zeitung gelesen und sich hier mit einem befreundeten Ehepaar aus Heiligenfelde verabredet. Für die „Kaffeehausmusik“ sorgten die Arneburger Blasmusikanten unter Leitung von Mihai Filip, der die Kapelle schon seit 1982 leitet.