Neukirchen l Weil sie die sonnigen Tage des Jahres für das Fischen und die Gewässerpflege nutzen wollen, trafen sich die Mitglieder des Neukirchener Anglervereins am verregneten Freitag zur Jahresversammlung in ihrem Gemeinschaftsdomizil an der Elbe. Während das mit den Wetter Glückssache ist, überließen die Hobby-Fischer bei der turnusmäßigen Wahl des Vorstandes nichts dem Zufall und stellten bei der Abstimmung die Weichen auf Generationswechsel.

Das Interesse an der Versammlung war groß. Das Anglerheim war mit gut 50 Frauen, Männern, Kindern und Jugendlichen voll besetzt. Auch Wische-Bürgermeister Willi Hamann hatte sich unter die Gäste gemischt. Dass der Vorsitzende Klaus-Dieter Wartmann (65) nach acht Jahren Vorsitz mit Silvio Kayatz einen Gegenkandidaten bekommen würde, war offensichtlich keine große Überraschung. Während über alle anderen Vorstandsmitglieder offen abgestimmt wurde, war für die Stimmabgabe zum Vereinsvorsitz eine Wahlurne vorbereitet worden. Mit 28 zu 19 Stimmen fiel das Ergebnis für Ka­yatz dann doch recht deutlich aus. Die Angler entschieden sich bei der Wartmann-Nachfolge ja auch nicht für einen Unbekannten. Der Neukirchener ist langjähriges Mitglied, verfügt über Erfahrung im Leitungsgremium und hielt nach fünf Neuaufnahmen auch den Rechenschaftsbericht für das vergangene Jahr, der nach der Prüfung der Arbeit von Kassenwart Olaf Dickehut schließlich die Voraussetzung für die einstimmigen Entlastung des alten Vorstandes war.

Der Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate hielt indes keine großen Überraschungen bereit, offenbarte aber alte Schwächen in den Reihen der Petrijünger. Während die Jahreshauptversammlung am Freitagabend sehr gut besucht war, wünscht sich der Vorstand bei den Arbeitseinsätzen am Anglerheim und an den Gewässern nach wie vor eine deutlich bessere Beteiligung. Dass bei der Nichtteilnahme an den Einsätzen mittlerweile 20 Euro Sonderbeitrag für die Vereinskasse erhoben werden dürfen, ist da nur ein schwacher Trost. Kayatz würde statt der „Freikäufe“ lieber mehr Leute bei den Einsätzen begrüßen. Auch beim Anangeln, beim Hegefischen oder dem Forellenangeln hätten sich die Organisatoren gern mehr Resonanz gewünscht. Wogegen das Nachtangeln wiederum gut nachgefragt war.

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Das erfolgreichste Pfund der Neukirchener Angler ist nach wie vor die Nachwuchsarbeit für den Verein und große Teile des Landkreises. Beim Jugendangelkamp, bei dem traditionell auch Prüfungen für Fischereischeine abgelegt werden können, waren zeitweise fast 60 Kinder zu betreuen, wofür der neue Vorsitzende allen Beteiligten noch einmal großen Dank aussprach. Außerdem dankte er seinem Vorgänger für sein Engagement, bat die Vereinsmitglieder um einen fairen Umgang und versicherte, immer für Anfragen zur Verfügung zu stehen.