Seehausen l Der Auftakt zu einer neuen Runde der Seehäuser Unternehmerstammtische am Donnerstagabend im Gerätehaus der hansestädtischen Feuerwehr brachte zwar keine bahnbrechenden Erkenntnisse, kann von Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth aber trotzdem als Erfolg verbucht werden. Reichlich 60 Gäste, meist Geschäftsführer oder Inhaber einheimischer Firmen, waren der Einladung gefolgt.

Die Resonanz rechtfertigte nachträglich den Veranstaltungsort. Weil die Organisatoren nicht wissen konnten, wie groß die Runde wird, fiel die Wahl auf den Versammlungsraum der Brandbekämpfer, so Kloth in seiner Begrüßung. Um dabei gleichzeitig einzuräumen, dass das Treffen in einer Gaststätte im Sinn der Veranstaltung schon ein Stück gelebte Wirtschaftsförderung gewesen wäre. Bei künftigen Treffen könnte das dann aber so sein. Denkbar ist, dass Themen so gesetzt werden, dass die Runden etwas überschaubarer werden und in ihrer Besetzung wechseln, weil sich dann „nur“ bestimmte Unternehmen angesprochen fühlen.

Um ein Thema für die erste Runde zu haben, hatten der Verbandsgemeindebürgermeister und die neue Wirtschaftsförderin Lisa Weigelt Kontakt mit dem Berufs-Bildungs-Zentrum Wittenberge aufgenommen, das Träger des vom Bund geförderten und Ländergrenzen übergreifenden Projekts „startSMART JOBSTARTER plus – für die Zukunft ausbilden“ ist und auch mit altmärkischen Unternehmen (vorwiegend kleine und mittelständische Firmen) neue Wege bei der Suche nach und bei der Ausbildung von Fachkräften gehen will.

Vor der allgemeinen Diskussion hatte Rüdiger Kloth bei einem Rundumschlag zu den Tücken der einheimischen Infrastruktur von den Verzögerungen beim Bau der Autobahn über immer komplizierter werdenden Akquise von Fördermitteln, fehlende Lehrlinge bis zu Rezepten gegen den Einwohnerschwund offenbar schon einiges vorweggenommen, so dass die Wortmeldungen eher zögerlich kamen.

Der Seehäuser Tischlermeister Burkhard Schulze rief zum Beispiel dazu auf, die Region nicht schlecht zu reden. Er lebe gerne hier. Und andere, die zum Arbeiten pendeln müssen, aber von der Heimat nicht lassen wollen, offenbar auch.

Stadtratsmitglied Walter Fiedler bemängelte, dass so wenig hiesigen Unternehmen und Institutionen auf dem Internetportal von Stadt und Verbandsgemeinde vertreten sind und monierte in seiner Funktion als Kirchen - und Badförderer, dass die Zusammenarbeit in der Region allgemein zu wünschen übrig lasse, dass es oft eher ein Gegen- als ein Miteinander gebe.

Anne Zinke, Betreiberin des Wahrenberger Cafés „Anne~Elbe“ treibt die aktuelle Sperrung der Wittenberger Eisenbahnbrücke samt des Bypasses für Radfahrer um. Sie fragte, ob es nicht doch eine Zwischenlösung über die benachbarte Autobrücke geben könnte. Was laut Kloth nahezu unmöglich wäre, weil sich beide Brücken in unterschiedlicher Trägerschaft befinden. Er räumte ein, dass auch das Drängen der Verwaltung auf eine höhere Kapazität bei der Fahrradmitnahme im Rahmen des Schienenenersatzverkehrs kein Erfolg gebracht habe.

Was Kloth da noch nicht wissen konnte: Erst gestern wurde bekannt, dass die Busse, die heute ab Osterburg im Schienenersatzverkehr über die Elbe pendeln, nun doch bis zu sechs Fahrräder im Huckepack mitnehmen können.

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