Seehausen l Dass es in Seehausen Eisvögel gibt, wusste Heinz Peter. „Am Umfluter haben wir ihn schon mal beobachtet“, sagt der 77-Jährige, der nun gemeinsam mit seiner Frau Erika das große Staunen bekam. Denn die beiden beobachteten einen Eisvogel dabei, wie er sich in aller Ruhe einen Goldfisch aus ihrem Teich schmecken ließ. „Der saß bestimmt zehn Minuten auf dem Geländer, hat sich gar nicht stören lassen. Wir haben beide durchs Fenster fotografiert.“

Auf der Vorwarnliste

Auf ihren auffällig blau-rot gefärbten Gartengast können sich Peters durchaus etwas einbilden, denn wie Stefan Fischer, Dezernent der staatlichen Vogelschutzwarte Steckby, mitteilt, wird der Bestand sachsen-anhalt-weit auf nur 500 bis 750 Brutpaare geschätzt. Der Eisvogel zähle damit zu den mittelhäufigen Arten – er stehe allerdings auf der Vorwarnliste der Roten Liste Sachsen-Anhalts. In den letzten 100 Jahren sei der Bestand unter anderem durch Gewässerregulierungen zurückgegangen, „in den letzten 25 Jahren ist er zum Glück durchgehend konstant“, so Fischer. Mal schnappt sich der Eisvogel auch eine Kaulquappe oder Libelle, vor allem aber ernährt er sich von Fischen... Insofern sei er wohl Gewinner des Klimawandels, da die Gewässer kaum noch zufrieren. Wenn dem nämlich so ist, reduziert sich der Bestand schlagartig, was der schöne Vogel dann durch mehrere Jahresbruten mit vielen Jungen wieder auszugleichen versucht. Bei aller Freude haben Peters aber nun ein Problem: „Seit der Eisvogel da war, fehlt Wasser im Teich. Er hat wohl die Folie erwischt.“

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