Osterburg l „Wir sind verwöhnt. Wir wurden in eine demokratische Gesellschaft hineingeboren. Um Demokratie, das Recht auf freie Meinung oder die Gleichheit aller Menschen mussten wir nie kämpfen. Aber Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit.“ Das machte Robert Hübner am Montag vor Schülern aus dem Markgraf-Albrecht-Gymnasium deutlich. Gemeinsam mit Markus Kasseckert begleitet Hübner die Ausstellung „Demokratie stärken – Rechts­extremismus bekämpfen“, die bereits in vielen Lernorten des Landes Station machte und jetzt für eine Woche am Osterburger Gymnasium zu sehen ist.

Die Schautafeln sollen die Betrachter für den Wert der Demokratie sensibilisieren. Und sie warnen mit Einblicken in die braune Szene, ihren Erscheinungsformen und Gedankengut vor den Gefahren, die der Demokratie durch den Rechtsextremismus drohen. Sechs Gymnasiasten, von Hübner und Kasseckert vertiefend in die Ausstellung eingewiesen, werden Besucher in die Schau begleiten und ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Szenische Lesung

Apropos begleitet. Die Ausstellungseröffnung war in ein Rahmenprogramm eingebettet, in das sich nach der Begrüßung durch Schulleiterin Elke Hein der Chor des Gymnasiums mit einem Auftritt sowie die von Angelika Trösken geleitete Theater­gruppe mit einer szenischen Lesung aus dem „Tagebuch der Anne Frank“ einbrachte. Das Spiel von Xenia Freyer, Lena Westphal, Indira Heidenreich Jendrik-Ben Kehling und Ludwig Hirsch berührte und wurde mit Szenenapplaus und einem abschließenden großen Beifall honoriert. Den Schlusspunkt setzte schließlich eine Podiumsdiskussion.

Bilder

Während der Runde mit der designierten Schulsprecherin Deborah Hofmann, dem Stendaler Künstler Oliver-Paul Murawski (er betreute das Demokratie-Graffiti-Projekt an der Sporthalle des Gymnasiums) sowie dem Hamburger Journalisten und Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit thematisierte Robert Hübner unter anderem „Alte“ und „Neue Rechte“ sowie das empfundene Verwischen von Unterschieden zwischen Rechtspopulisten und -extremisten. Der Wunsch der Veranstalter, dass sich Schüler aus dem Publikum in die Runde setzen und in die Diskussion einschalten würden, erfüllte sich aber nicht. „Vielleicht war die Hemmschwelle, nach vorn zu kommen, dann doch etwas zu groß“, vermutete Robert Hübner.