Werben l Eigentlich wollte sie nicht einmal nach Ägypten, als ihre Freundin sie im letzten Sommer fragte. Und dann auch noch das: Als sie die Gegend erkunden will, sagt die Freundin ihr ab. Ein Glücksfall. So lernte Anja Rose die Berglandschaft durch einen Einheimischen kennen, der zu ihrer neuen Liebe werden sollte. Ihm widmete sie die Geschichte „Mahmoud“, in die sie ihre Gäste eintauchen lässt, während diese ihre Blicke über ihre Pastellarbeiten wandern lassen. Auch Bürgermeister Jochen Hufschmidt war einmal in der Gegend um Luxor und hat ganz ohne Fotos eine starke Er­innerung an das Licht, in das die Berge am Roten Meer getaucht waren. Das kam nicht nur dem Eintreten in eine andere Natur gleich, sondern vor allem die Bekanntschaft mit einer fremden Kultur.

Die Reise war eine Bereicherung

Ingrid Bahß stellte im Rahmen ihrer Laudatio Anja Rose in einem Interview vor. „Ich möchte Menschen um mich haben, die durch Zufall in mein Leben purzeln und mit voller Absicht bleiben“, heißt es im Gemeindebrief. Genau so ist es der Künstlerin gegangen, als sie die Bergwelt Ägyptens kennen lernte. Und obwohl die Werbenerin es sehr „prickelnd“ fand, ihren Namen mit der arabischen Sprachmelodie zu hören und in das Alltagsleben der Ägypter einzutauchen, wurde ihr klar, wie sehr sie an der Altmark hängt.

Die Berge Ägyptens spiegeln in ihren Augen eine Einsamkeit wider, die ihr nicht fremd ist. Und sie weiß jetzt aus Erfahrung, wie viel einem Menschen fehlt, wenn er die Sprache eines anderen Landes nicht sprechen kann. Man fühle sich behindert.

Bilder

Trotzdem war die Reise in die Fremde eine Bereicherung: der Duft der Gewürze, die Lichtverhältnisse, die Freundlichkeit. Ägypten und Mahmoud - das wird in ihrer Erzählung deutlich - haben sie ihre 15 Jahre währende Mal- und Schreibblockade beenden lassen.