Osterburg l Gewöhnlich überdauern sie die Tage im Archiv des Keismuseums. Nun aber rücken Fotografien und Ansichtskarten, auf denen Alltagsszenen und Impressionen aus Osterburgs zurückliegenden Tage verewigt wurden, für ein paar Wochen in das Licht eines Ausstellungsraums. Sie sind der Inhalt einer Sonderschau, die Museumschef Frank Hoche und seine Mitarbeiter mit Blick auf die Vorweihnachtszeit augetüftelt haben. Und die Organisatoren sind zuversichtlich, damit den Nerv der Biesestädter zu treffen.

Diese Annahme beruht nicht nur auf ein Bauchgefühl, macht Frank Hoche schmunzelnd deutlich. „Wir haben zuletzt verstärkt registriert, dass sich Einwohner für historische Fotografien interessieren.“ Dabei geht es aber längst nicht nur um die weiter zurückliegende Vergangenheit, „sondern auch durchaus um die DDR-Zeit. Gerade die Generation der um die 40-Jährigen fragt öfter nach Bildern aus dieser Zeit“, erzählte Frank Hoche.

Das Museum verfügt über einen stattlichen Bestand an entsprechenden Bildern, eine interessante Auswahl an Schwarzweiß- oder Farbmotiven ist ab dem kommenden Sonnabend zu sehen. Straßenszenen aus dem Osterburger der 50er oder 60er Jahre sind ebenso zu sehen wie ein Aufmarsch von Pionieren auf dem Großen Markt oder Ansichten von einst prägenden Gebäude wie dem Goldenen Löwen, der Mitte der 70er Jahre abgerissen wurde. Die jüngsten Zeitzeugen der Sonderschau wurden Mitte der 80er Jahre aufgenommen, die Ausstellung beschränkt sich aber bei weitem nicht auf die Tage der DDR. „Wir gehen viel weiter zurück in die Geschichte und zeigen so auch Fotografien aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Natürlich ist auch die Zeit zwischen den Weltkriegen nicht ausgespart“, kündigte Frank Hoche an. Insgesamt werden nach seinen Angaben 120 Fotografien ausgestellt. Sie werden durch zahlreiche Postkarten ergänzt. Kunstarbeiten wie Ölgemälde, darunter auch eine Leihgabe aus dem Rathaus, sowie einige historische Landkarten der Region und des früheren Kreises Osterburg komplettieren die Ausstellung, die bis zum 23. Dezember im Kreismuseum zu besichtigen ist.

Erstmalig zugänglich ist die Schau am kommenden Sonnabend ab 14 Uhr. Das Museum verzichtet auf eine offizielle Eröffnung, hofft aber nichtsdestotrotz und mit Blick auf den benachbarten Weihnachtsmarkt auf viele Besucher. „Wir haben sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Wir schließen auch das Hoftor auf, damit der Weg vom Markt ins Museum und zurück ganz besonders kurz ist“, kündigte Hoche an. Auf dem Hof wartet übrigens auch noch eine zusätzliche Attraktion. Mitglieder des Osterburger Fußballclubs wollen dort eine Bude aufbauen und sich mit eigenen Angeboten in den Weihnachtsmarkt einbringen.